Samstag, 28. Januar 2012

Tom – Jan Grunow



 


Kindle, Zeitreise


:DD:DD
(4 Sterne)

Ich bin hin und her gerissen, wie ich es selten bin bei einer Rezension.
Aber mal von Anfang an.

Die Leseprobe, die ich mir als erstes runter geladen habe, fand ich interessant, wenn auch dezent langweilig. Nun gestehe ich aber jedem Autor zu, sein eigenes Tempo zu haben, vor allem, wenn es darum geht, die Hauptpersonen vorzustellen, deshalb kaufte ich das ganze Buch.
Leider ging es so weiter, wie es begann. Oh, es passierte eine Menge, aber für mich war das Verhalten eben dieser Hauptpersonen komplett unlogisch. Und bei dem Ärger darüber kam einfach keine Spannung auf.

Und dann, bei etwa 40% (etwa ab Seite 80!), kamen die lang ersehnten Erklärungen und damit Schwung in die Angelegenheit. Das hielt sich auch bis zum Schluss, ganz ohne Zweifel, zumal in meinem Kopf eigene Geschichten entstanden, nach dem Motto ‚was wäre, wenn’. So etwas mag ich richtig gerne.

Jan Grunow bezeichnet sich selbst als Hobbyautor, und das merkt man einfach. Erfreulicherweise schreibt er auf einem ziemlich hohem Niveau, Rechtschreibfehler habe ich vielleicht zehn gefunden, nein, nicht gefunden, ich suche ja nicht danach, eher bin ich darüber gestolpert. Und das ist etwa der Durchschnitt von dem, was ich auch bei professionellen Druckerzeugnissen finde.
Der Stil insgesamt ist gerade am Anfang eher hölzern, aber das gibt sich mit der Zeit.
Und die Idee, die hinter diesem Buch steht, ist einfach toll.

Empfehlung?
Wenn sich einer traut, mit seiner Schreibe an die Öffentlichkeit zu gehen, dann sollte man das unterstützen. Vorallem, wenn es wie hier gut ist.
Sicher gibt es inzwischen bei kindle sehr viele schwarze Schafe, die sich einbilden, nur weil sie mehr als zwei Sätze aneinander reihen können, große Autoren zu sein. Und wenn sie dies nicht mit einer Veröffentlichung schaffen, dann hauen sie mal eben zehn davon raus.
Aber hier handelt es sich definitiv um eine Geschichte, in die der Autor sein Herzblut gelegt hat. Nicht perfekt, aber wer schreibt schon ein perfektes Buch? Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich vielleicht zehn Bücher in meinem Leben gelesen, die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert haben – und dem gegenüber bestimmt hundert, die ich richtig gut fand, und tausende, die mich einfach nur gut unterhalten haben.

‚Tom’ ist ein Anfang – und ich bin gespannt, was danach kommt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen