Dienstag, 17. April 2012

Den Mond aus den Angeln heben – Gregory Hughes

Gebundene Ausgabe

Ein unglaublich schönes Buch!
Schon von der ersten Seite an hat mich dieses Buch gefesselt. Kennt ihr das, ihr schlagt ein Buch auf, lest die ersten Sätze und man legt schon automatisch die Beine hoch, weil man einfach weiterlesen muss?
So ging es mir genau mit diesem Buch. Und das habe ich schon lange nicht mehr so intensiv erlebt.
Und wie kommt das?
Weil der Stil so glaubwürdig jugendlich ist, zum Beispiel. Konsequent zieht Gregory Hughes den genervt-liebevollen Bruder durch, der selbst mit so vielen Ängsten kämpfen muss und doch seine kleine Schwester beschützt.
Hier hätte der Übersetzerin übrigens Großes leisten können, hätte sie ‚I love you’ mit ‚ich hab dich lieb’ übersetzt. Leider tat sie das nicht.

Irgendjemand sagte, es wäre ein trauriges Buch.
Ich finde das (fast) gar nicht. Es ist ein phantasivolles und trotzdem realistisches Buch, und die Realität ist nun einmal kein Ponyhof. Und gerade an den ernsteren Stellen hat dieses Buch seine ganz besonderen Qualitäten. Der Umgang mit dem Tod des Vaters hat mich sehr berührt, und auch das Ende ist für mich wunderbar still und hoffnungsvoll. Natürlich hätte ich mir einen anderen Schluss gewünscht, und so wird es wohl jedem Leser gehen, aber der Autor hat sich für dieses Ende entschieden und es, wie ich finde, genial umgesetzt.

Ob das Buch für Jugendliche bzw. Kinder geeignet ist, kann und will ich nicht beurteilen. Hier sind Eltern gefragt, die sich damit auseinandersetzen können.

Fazit?
Ein ganz seltenes Stück sehr guter Erzählkunst, eine Geschichte, die mich noch eine ganze Weile begleiten wird. Alles in allem ein Buch, das sich heraushebt aus der Masse der Jugendliteratur.
Ich bin froh, dass ich es lesen durfte.

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