Samstag, 28. April 2012

Rabenschwarz – Alexander Felden

Taschenbuch

Es gibt ein paar Dinge, die mich an diesem Buch stören, und die möchte ich zuerst loswerden.
Alleine das Öffnen und Lesen dieses Werkes erfordert einiges an Kraftaufwand, denn leider ist es zu fest geklebt. Ich mag es nicht, wenn ich einen Bücherrücken geradezu brechen muss, um es einigermaßen gut handhaben zu können. Das ist mir auch schon bei anderen Büchern passiert, aber selten in dieser extremen Form.
Weiterhin stören mich ein paar stilistische Gegebenheiten, wohl eher zeitweise Entgleisungen und Schludrigkeiten, die ein guter Korrekturleser sicherlich ohne großen Aufwand beseitigen könnte. Warum wurde niemand gefragt, der sich damit auskennt?

So, genug der negativen Kritik, jetzt zu dem, was mir gefallen hat.
Schon der Einband ist sehr liebevoll gestaltet, ich hatte von Anfang an das Gefühl‚ in diesem Buch steckt sehr viel Herzblut. Und dieser Eindruck verstärkte sich während des Lesens zunehmend. Alexander Felden lässt seine Geschichte wie einen interessanten aber harmlosen Jugendroman beginnen, der sich dann zu etwas entwickelt, das ich ohne zu Zögern als Horror bezeichnen würde. Wäre ich nicht so abgeklärt, ich hätte wohl den puren Angstschweiß auf der Stirn gehabt. Und nein, ich habe nur nicht nachts weitergelesen, weil es schon so spät war ;)

Wortgewaltig werden hier Szenen beschrieben, die ein wahres Feuerwerk im Kopfkino entstehen lassen. Ja, der Mann kann schreiben und er tut es auf eine sehr gute Art. Absolut fesselnd, einfühlsam und wunderbar erschreckend. Da kuschelt man sich glatt tiefer in die Decke.
Die Geschichte selbst ist auf eine sehr spezielle Weise durchdacht und stimmig – das Ende dagegen ist genau so, wie ich es überhaupt nicht mag. Nun ja, es geht ja wohl nicht anders.

Fazit?
Eine mitreißende Geschichte von einem Autor mit Potential. Ich würde gerne mehr von ihm lesen, denn dieses Buch zeigt schon, dass er nicht auf Stereotypen zurückgreifen muss, um seine Geschichten zu erzählen. Sehr erfrischend.

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