Dienstag, 15. Mai 2012

Als Gott ein Kaninchen war – Sarah Winman

Gebundene Ausgabe

Die Geschichte eines Menschen.
Von der Kindheit an begleitet der Leser Elly, erzählt wird episodenhaft. Manchmal sind die Sprünge schwer nachzuvollziehen, etwas ungeordnet, verwirrend. Und manchmal fehlen auch Namen am Beginn eines Abschnittes, sodass man sich erst zurecht finden muss.
Es ist so, als würde man einer Fremden gegenüber sitzen, die versucht, chronologisch zu erzählen, das aber nicht immer durchhält.
Störend ist das nicht, aber man wird zur Aufmerksamkeit gezwungen. Also kein Buch, das man nebenbei lesen kann, wenn man es wirklich genießen will.

Was mich besonders berührt hat, waren meine eigenen Erinnerungen, die sporadisch auftauchten bei der Nennung weltweiter Ereignisse. Elly ist mir nahe, weil wir fast zur gleichen Zeit leben und Erfahrungen teilen. Natürlich ist mein Leben ein ganz anderes, aber ihre Reise in die Erinnerungen inspirierten mich, mich selbst zu erinnern.

Insgesamt kommt die Geschichte sehr ruhig und bedächtig daher, sorgfältig werden die Charaktere herausgearbeitet und bleiben doch auch oft geheimnisvoll. Es gibt Geheimnisse, die es bleiben. Das ist völlig in Ordnung. So bleiben die Menschen einfach liebenswert (bis auf wenige Ausnahmen) und ein bisschen verschroben. Einfach anders. Auf der anderen Seite ist Elly offenherzig mit so genannten Familiengeheimnissen, genauso, wie man im engen Freundeskreis wahrscheinlich darüber sprechen würde.

Fazit?
Wieder ein Buch, das mich tief berührt hat, weil es eine Lebensgeschichte zeigt, die nachvollziehbar ist und sehr schön erzählt wird. Mit einem Augenzwinkern und einer gewissen Melancholie, aber niemals rührselig. Einerseits distanziert und doch mit sehr viel Gefühl.
Mir gefällt das.

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