Sonntag, 13. Mai 2012

Der Hexer und die Henkerstocher – Oliver Pötzsch



Audible, ungekürzt, gelesen von Johannes Steck



Da betreibt jemand ein bisschen Ahnenforschung, trifft auf einen Henker in seiner Verwandtschaft und hat nichts Besseres zu tun, als Bücher über einen Henker und seine Familie zu schreiben. Klingt erst einmal ziemlich blöd, ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil hat mich ein Hörbuch selten so rundum gut unterhalten.
Leider ist es der vierte Teil, mit dem ich da angefangen habe. Was aber die Schuld von audible ist!!!!
Verständlich ist es aber auch ohne Vorkenntnisse.

Die Charaktere sind einmalig einzigartig, angefangen beim detektivisch veranlagten Henker, über die störrische Henkerstocher bis hin zum Bader, der ein ziemlicher Filou zu sein scheint. So mag ich die Helden einer Geschichte, gegensätzlich, kantig und doch liebenswert.
Und Johannes Steck liest ganz wunderbar. Ein bisschen schauspielert er, aber nicht zuviel, und verkörpert so die Geschichte auf faszinierende Weise. Manchmal tritt dabei sogar die eigentlich Handlung in den Hintergrund. Wenn Worte und Stimme so zusammenpassen, dann entstehen Bilder im Kopf – und genau so soll es ja auch sein.

Eine gute Sache also, wäre da nicht dieses Kloster Andechs gewesen, an das ich meine ganz eigenen Erinnerungen habe. Dort war ich nämlich mal eingeschlossen, als Kind, mit meiner Mutter. So war die erste Erwähnung des Ortes auch beinahe, nun, traumatisch wäre wohl übertrieben. Aber ein kleiner Schock war es schon.

Das schöne bei historischen Romanen ist es, dass sie an bekannten und wirklich existierenden Orten spielen und manchmal auch Lust machen, genau diese Orte zu besuchen. So würde es mich schon reizen, aber….

Fazit?
Eine rundum schöne Geschichte. Schade, dass es der vierte Teil ist. Ich würde mir jedenfalls gerne auch die anderen Teile anhören. Und zwar, weil mir die Geschichte, die Personen und der Vorleser gut gefallen haben.

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