Montag, 21. Mai 2012

Meine Erfahrungen als Vine-Produkttester

Jawohl, amazon.de hat mich ausgewählt!
Ich bin seit Ende Februar Produkttester.
Zuerst gibt es einen Restenewsletter, in dem ich das Buch finde, das mich wirklich interessiert. Mann, bin ich glücklich. Also schnell bestellt und gelesen, und weil es ja umsonst ist, muss auch noch ein zweites her.

Anfangs funktioniert das so: am ersten und am zweiten Donnerstag kommt ein Newsletter mit ganz unterschiedlichen Produkten heraus, man kann jeweils zwei Sachen bestellen und sie dann möglichst zeitnah rezensieren. Bevor man etwas Neues bestellen darf, muss man mindestens 75% rezensiert haben. Manchmal werden die Rezensionen auch nicht sofort freigeschaltet. Also ist das ersteinmal eine ganz schöne Hektik.
Nach den ersten sechs Büchern kehrte dann aber Mitte März Ruhe ein.

Aber weil Ruhe fast Stillstand ist, hat sich amazon.de die Letzte Chance ausgedacht. Da kommen die Altlasten rein, unter anderem Haftcreme mit Krümelschutz. Braucht anscheinend niemand von den Testern, inzwischen hoffen alle darauf, dass die irgendwann abgelaufen ist.
Aus diesem Letzte Chance darf man sich so viel aussuchen, wie die Quote hergibt.

Stand am 8. Mai:
25 Produkte erhalten, 21 Rezensionen online.
22 x Bücher
1 x Brotchips
1x Handyhülle
1 x CD (fragt nicht, fragt einfach nicht!)

Schön sind auch die Kommentare aus der Umwelt.
‚Na, wie war das mit dem Wein-Ratgeber?’ Wie bitte?
‚Da testest du also Burgunder und so.’ Nein, eher nicht. Hört sich nur an wie Wein. Schreibt sich v-i-n-e.’ ‚Achso, also fein!’ Ich geb es auf.

Oder die Aussage, dass ich die geschenkten Dinge besser bewerte als wenn ich sie bezahlt hätte. Nein, tue ich nicht. Aus dem Grund, dass ich mich verantwortlich dafür fühle, eine aussagekräftige Rezension zu schreiben. Und weil das bisher alles Dinge waren (vielleicht bis auf die Handyhülle), die man im Grunde nur subjektiv bewerten kann. Entweder mir schmecken die Brotchips oder sie schmecken mir halt nicht. Vielleicht guckt man etwas genauer, ob sich doch nicht noch irgendetwas Gutes findet. Und wenn es das Lesebändchen ist. Aber derjenige, der die Rezension liest, sollte das dann auch so verstehen.

Als Produkttester wird man auch gerne von nicht-hilfreich-Klicks verfolgt. Abstrafen ist wohl das richtige Wort. Nach dem Motto: hey, du hast das umsonst gekriegt und ich nicht, also kriegst du Klicks, obwohl ich gar nicht gelesen habe, was du da geschrieben hast. Ich bin halt neidisch.
Obwohl auch das Gerücht umgeht, dass es Tester untereinander so handhaben.
Bei mir ist das Verhältnis bislang etwa 2 (hilfreich) zu 1 (nicht hilfreich). Damit kann ich leben. Und überhaupt, was interessiert es mich?

Ich bin ausgewählt worden und egal welche Gründe dazu geführt haben, ich freue mich auch weiterhin darüber. Weil es immer schön ist, etwas geschenkt zu bekommen und ich irgendwie mehrmals im Monat Geburtstag habe.

Vielleicht begreift auch irgendwann meine Umwelt, dass ich nicht ständig Weinprobe habe, sondern hauptsächlich Bücher lese, wer weiß.

So ist also das Leben als Vine-Tester bei amazon.de.

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