Dienstag, 1. Mai 2012

Scheiterhaufen - Derek Nikitas

Taschenbuch

Es ist mir sehr schwer gefallen, in diese Geschichte zu kommen. Warum, weiß ich nicht so genau, den bislang hatte ich nie Schwierigkeiten, häufigen Szenewechseln zu folgen. Auch irgendwelche Rückblicke oder das Abdriften in Sagenwelten stellten sonst keine Probleme dar. Aber hier ist es das.

Vielleicht liegt es daran, dass die Charaktere für mich eher blass bleiben. Schwere Schicksalsschläge haben durchweg alle Protagonisten erlitten, der Autor spart nicht mit erschreckenden Lebensläufen. Und schafft es doch nicht, mein Mitgefühl oder Mitleid zu erwecken. Dazu sind sie wohl doch zu gewöhnlich und stereotyp.
Soll das wirklich die Handlungen der Personen erklären? Für mich sind es eher Ausreden und pseudopsychologische Ausflüchte.
Nein, für mich sind alle Personen gleich abschreckend und keine einzige hat mich in irgendeine Art und Weise mitfiebern lassen.
Dass die wahre Triebfeder hinter allem sich denn auch geschickt aus der Affäre schleicht, hat mich dann auch nicht mehr erstaunt, sondern passt eher zu dem moralischen Wischi-Waschi der Geschichte.
Die nordische Sagenwelt wird eingebunden, und da hat es mir dann langsam gereicht. Wenn das mit der Poesie gemeint ist, die im Klappentext erwähnt wird, dann kann ich darüber noch nicht einmal mehr ironisch lächeln. Die Szenen passen meiner Meinung überhaupt nicht zu der eigentlichen Geschichte. Soll das nun ein Thriller sein oder Fantasy? Beides zusammen ist äußerst irritierend.

Fazit?
Eine verworrene Geschichte ohne wirkliche Identifikationsmöglichkeiten. Natürlich spannend, aber nur aus sich heraus, und nicht, weil es mich als Leser wirklich interessiert. Psychologische Ansätze verpuffen entweder im Keim oder sind völlig uninteressant. Absolut nicht mein Fall.

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