Samstag, 12. Mai 2012

Vergeltung – Julie Hastrup

Taschenbuch

Ein dänischer Thriller, nun ja.
Ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut und war dann doch nur enttäuscht. Über viele Seiten lang habe ich mich gefragt, warum es mich nicht packt. Die Geschichte hat doch eigentlich Alles, was es so braucht, um Spannung aufzubauen. Genug Mord und Todschlag, ein gewisses Maß an Brutalität, viele Verdächtige und zwielichtige Gestalten.
Und dann wurde es mir klar: Julie Hastrup schreibt über schwere traumatische Erlebnisse, aber sie fühlt sie nicht. Sie beschreibt innere Konflikte, aber ich als Leser nehme ihr einfach nicht ab, dass sie weiß, wie es sich anfühlt. So habe ich keine Identifikationsmöglichkeiten. Diese Rebekka Holm zum Beispiel, die in ihre Heimatstadt zurückkehrt, um den aktuellen Mord aufzuklären und es dann auch mit ihrem eigenen Toten zu tun bekommt, ist im Grunde nur eine traurige Frau mit einer seltsamen Mutter, und mich ärgert, dass sie dauernd Lebensmittel wegwirft. Und so lange mir das noch auffällt, bin ich nicht in der Geschichte.
Schade um die wirklich gute Idee.
Und was soll das mit diesem Versöhnungstick? So schön das auch ist, so befremdlich wirkt es doch, wenn irgendwie Alles gut ausgeht. Selbst die Opfer haben doch irgendwie… nein, ich will nicht zuviel verraten.

Fazit?
Ein Buch, dessen Geschichte Spannung verspricht, die die Umsetzung nicht hält. Es fehlt meiner Meinung nach eine gewisse Reife der Autorin.

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