Dienstag, 29. Mai 2012

Verleumdung – Bødker & Bruun



Taschenbuch

Der reißerische Klappentext hat wieder einmal wenig mit dem Inhalt zu tun, ein Grund mehr, weshalb ich auf die Wiedergabe verzichte.
Denn es geht vielleicht noch um zwei böse Frauen und eine dritte, die so dämlich ist, zwischen die Fronten zu geraten.
So ist dieses Buch auch eher eine betuliche Beschreibung einer Handlung, die spannend sein könnte, es aber nicht ist. Ab Seite 200 hatte ich für eine Weile das Gefühl, das könnte sich ändern, aber nein, es bleibt betulich und langweilig.

Linnea und Thor, die Hauptdarsteller in diesem Drama, sind bestenfalls durchschnittlich, im Grunde aber nur langweilig, obwohl sie mit interessanten Lebensläufen ausgestattet werden. Aber trotzdem sind sie mir eher unsympathisch und bleiben uninteressant. Ich meine, wie oft hat man es noch mit dieser Art Paarung zu tun, wie oft müssen gewisse Klischees noch herhalten und wann, um Himmels Willen, hören inkompetente Frauen endlich auf, sich in Situationen zu bringen, bei denen jedem halbwegs intelligenten Menschen von Anfang an klar sein muss, was daraus wird? Für wie blöd halten Autoren eigentlich ihre Leser?

Mit den ‚Bösen’ ist es noch viel schlimmer. Kritische Themen wie Krieg, Folter und der Diebstahl von Kulturerbe werden so, ja, ich wiederhole mich, betulich rübergebracht, dass es wie die tausendste Wiederholung einer Dokumentation im öffentlich-rechtlichen TV rüberkommt. Ja, ja, wie schrecklich, aber was betrifft es mich? Das wirkliche Trauma kommt in keinem Fall rüber, die persönliche Bindung ist nicht existent. Und was soll dieses Schwelgen in den Attributen von Killermaschinen? Wer braucht das? Langsam finde ich so etwas nur noch abgeschmackt und blödsinnig.

Fazit?
Dieses Buch zieht sich nicht nur wie Kaugummi, es wird geradezu zugrunde gerichtet von dem unsäglichen Stil einer Vorabendserie.
Es ist wirklich schade um das Thema. Und irgendwie auch um die Charaktere.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen