Montag, 25. Juni 2012

Das Seil – Stefan aus dem Siepen


Taschenbuch, Parabel



Ein dünnes Büchlein ist das und gefüllt sind die Seiten mit einer gar altertümlichen Sprache. Fast war ich an Schulzeiten erinnert und an irgendwelche Pflichtlektüre. So begann ich auch quasi ab der ersten Seite mit Überlegungen, was die tiefere Botschaft sein könnte.
Natürlich geht es um die Natur des Menschen, ist ja klar.

Wie verhält er sich in unbekannten Situationen?
Wer wird zum Anführer, wer zum Mitläufer?
Werden die Moralvorstellungen beibehalten?
Wer ist verantwortlich?

Und was geschieht, wenn ein Weg eingeschlagen wird, der nicht zum Ziel führt?

Ich hätte mir ein Ziel gewünscht. Ein Ende, das abschließt. So stolperte ich gedankenvoll, erwartungsvoll mit der Geschichte mit, dachte manchmal ‚achso’ und war am Ende irgendwo im Wald, orientierungslos.

Als ich dann den Klappentext las (warum vorher die Spannung nehmen?), war ich erst Recht enttäuscht:
‚Spannend und eindringlich erzählt er von menschlicher Obsession und dem Verhängnis des Nicht-Aufhören-Könnens.’

Oh Mann, und ich mach mir die ganze Zeit einen Kopf und versuche, einen tieferen Sinn zu erkennen. Und wundere mich noch, warum die Geschichte von Agnes so abrupt endet. Oder die von Bernhardt.

Für mich ist es eher eine Geschichte um dumme (der Autor betont mehrfach, wie dumm die Dörfler sind, die sich um wenig Gedanken machen) Mitläufer und einem ‚intelligenten’ Anführer, der verführt und leitet. Und Alle ins Unglück stürzt.
Ich dachte zwischendurch wirklich, es ginge darum, dass Bildung und Forscherdrang die Menschheit eventuell weiterbringen könnte.

Fazit?
Enttäuschendes Intellektuellengeschreibe.

Nächste Buchrezension:
Die große Nacht – Chris Adrian
(wieder Herzschmerz?)

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