Samstag, 30. Juni 2012

Die große Nacht – Chris Adrian


Rezensionsexemplar, Fantasy



Ja, ich zähle dieses Buch zum Fantasy-Genre, denn es ist teilweise schon ziemlich phantastisch. Und das, was realistisch erscheint, ist es auch oft nur auf den ersten Blick.

Was mich gefesselt hat, war die tiefschürfende Erzählung unterschiedlicher (und doch auch ähnlicher) Lebensgeschichten. Es geht um die ganz großen Gefühle, zu denen ein Mensch fähig ist: Liebe und Verlust derselben, Leiden und Lebensfreude.
Vordergründig scheint es einfacher Liebeskummer zu sein, der die drei Menschen umtreibt, aber spätestens bei Titanias Geschichte hat mich dieses Buch sehr berührt. Durch ihre Augen zu sehen, was wirklich hinter einer Tragödie steht, hat mir, die ich das niemals nachvollziehen kann, die Möglichkeit des Mitgefühls und des Verstehens geschenkt.

Manche Teile dieses Buches fand ich schon ziemlich abgedreht, manche Sexszenen hätte ich wirklich nicht gebraucht, aber insgesamt stimmt das Bild, das Chris Adrian geschaffen hat. Ein großes Gemälde aus Gefühlen. Bunt und prall geschrieben mit inspirierter Wortwahl und einem beeindruckenden Talent zum Satzbau, doch, mir hat es gefallen.

Leider kann ich nicht beurteilen, inwieweit ‚Die große Nacht’ Parallelen zu Shakespeares Komödie ‚Ein Sommernachtstraum’ hat.
Aber ich kann schreiben, dass dieses Buch trotz einiger witziger Begebenheit und Absurditäten eher keine Komödie ist, weil mir das Lachen oft genug im Halse stecken geblieben ist. Doch wer derart über Menschen schreibt, kann auf Lacher gut verzichten.

Fazit?
Kein einfaches Buch, aber ich finde, es lohnt sich.

Nächste Buchrezension:
Daughter of Smoke and Bone – Laini Taylor

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