Sonntag, 17. Juni 2012

Unser Haus im hohlen Baum – Enid Blyton


Gebundene Ausgabe, Kinderbuch (8-10 Jahre)

Dieses Buch steht außerhalb der Bewertung, weil es ein Buch ist, das ich als Kind hatte und sehr oft gelesen habe. Damals, etwa Mitte der 1970er, war Enid Blyton die Kinderbuchautorin schlechthin. ‚Die fünf Freunde’ war eine überschaubare Reihe, auch sie habe ich sehr gemocht. Doch ‚Unser Haus im hohlen Baum’ habe ich geliebt. Die armen Waisenkinder mit der schrecklichen Tante, das ‚Peng’ des Bügeleisens, der Regen im Wald, die Dramatik, als Angela nicht kommt und die Vorräte zur Neige gehen, all das war noch in meiner Erinnerung verankert. Nur der Schluss nicht. Der hat mich dann auch an der sentimentalen Stelle getroffen.

Vor Jahren habe ich all meine Kinderbücher weggegeben – und noch viele andere – und viele habe ich vergessen. Dieses jedoch war immer irgendwie präsent und ich bin froh, es wieder zu haben. Ein Schritt in die Vergangenheit, der mich sehr berührt hat. Und auch noch andere Erinnerungen hochschwemmte.

Damals hatte ich noch nicht so uneingeschränkten Zugriff auf Bücher. Ich bekam sie zum Geburtstag oder Weihnachten, ganz selten zwischendurch. Zum Teil las ich die Kinderbücher meiner Mutter, natürlich ‚Nesthäkchen’ oder auch ‚Elschen’ (das heute bestimmt niemand mehr kennt und in dem es um ein blindes Mädchen ging, das Zigaretten verkaufte, oh Mann!). Und weil es eben nur so wenige waren, las ich sie immer und immer wieder.
Und natürlich ‚Urmel’(ich hatte einmal das Glück, Max Kruse per e-mail für diese wunderbaren Kindheitserinnerungen zu danken). Und später ‚Der schwarze Blitz’.

Meine Mutter las meinem Bruder und mir abends vor, bis ich vielleicht zehn war (hier kann die Erinnerung auch täuschen, aber so lange hatten wir ein gemeinsames Zimmer). Danach habe ich nur noch allein gelesen. Und das tat ich.

Heute werde ich von Büchern überschwemmt, zweimal lesen ist schon zeitlich gar nicht mehr drin. Neue Bücher überall und so schnell erreichbar. Konsum statt Leselust?

Warum liest man Bücher?
Um Abzutauchen in andere Welten.
Als Kind habe ich die Gefühle genossen, die bestimmte Bücher hervorriefen, dann wählte ich ein Genre, um dasselbe Gefühl zu bekommen. Jetzt lese ich einfach, was mir in die Hände fällt.
Nein, ich fühle mich deshalb nicht ärmer, nur ruheloser.

Fazit?
Dieses Buch ist meine ganz persönliche Leseerinnerung. Ein wunderbarer Blick in die Vergangenheit.

Nächste Buchrezension:
Hexenfluch von Lynn Raven
(ich erwarte nichts Gutes)

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