Mittwoch, 25. Juli 2012

365 Tage Karl May – Hans-Dieter Steinmetz






Zum Inhalt:
Für jeden Tag des Jahres findet sich in diesem Band eine Auswahl aus der großen Fülle der Ereignisse in Karl Mays siebzigjährigem Leben. Die so entstandenen Tagesblätter (jeder Tag komprimiert auf einer Buchseite) fügen sich zu einem immerwährenden Kalender zusammen. Durch die Auswahl wird dem Leser ein möglichst vielseitiger Einblick in Mays Leben geboten.
Die Wochenstruktur wird durch die 52 wöchentlich eingefügten Essays sichtbar. Sie greifen stets ein mit einem Tag der laufenden Woche verbundenes Thema auf, versehen mit einer dazugehörigen Abbildung, und erläutern auch Zusammenhänge zwischen einzelnen Einträgen.

Meine Erwartung:
Vor einiger Zeit hatte ich das Hörbuch ‚Ja uff erstmal' gehört, und war neugierig geworden auf Karl May. Nun sind Abenteuerromane nicht unbedingt mein Genre, weshalb ich bislang davor zurück schreckte, wirklich ein Buch dieses Schriftstellers in die Hand zu nehmen. Deshalb nahm ich die Gelegenheit wahr, die mir bloggdeinbuch eröffnete und bewarb mich für diesen Band, der in Zusammenhang mit der Karl-May-Chronik steht und quasi als Begleitbuch gedacht ist. Ich wollte also einfach mehr über diesen Autor erfahren.

Was ich bekam:
Das Büchlein ist äußerlich im Stil der Karl-May-Edition angepasst, was mir sehr gut gefällt. Goldprägung, am Rücken die bekannten Ornamente, ein entspannt lächelnder Karl May auf dem Cover, alles sehr ansprechend. Also las ich freudig erregt das Vorwort und war ein bisschen irritiert. Von Fügung ist dort die Rede, von Vorsehung und die Verknüpfung eines Datums im Laufe der Jahre. Nun, Hans-Dieter Steinmetz bezieht sich hier auf die Überzeugung Karl Mays, dass eben Alles im Leben irgendwie vorherbestimmt ist. Gut, ist ja kein Problem, also weiter im Text.
Natürlich habe ich zuerst das aktuelle Datum aufgeschlagen. Dort, und bei jedem anderen Datum, stehen fettgedruckte Jahreszahlen und entsprechend, was in diesem Jahr und an diesem Datum im Leben des umtriebigen Karl May geschah. Eigentlich ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen, dachte ich, und blätterte zurück zum dem Wochenessay. Aha, wenigstens ein ‚Vorgang' wird erklärt.

Meine Meinung:
Für Jemanden, der überhaupt keine Ahnung von Karl May hat, ist dieses Büchlein absolut ungeeignet. Die gesammelten Informationen sind durch die Bindung an ein Datum unübersichtlich und zum Teil unverständlich. Wer sind zum Beispiel diese ganzen Menschen? Hilfreich wäre hier ein kurzer, vielleicht tabellarischer Lebenslauf gewesen. Denn kann man allerdings auch ohne Probleme im Internet finden ;)
Als Begleitband zu der Chronik ist es allerdings ein richtiges Schmuckstück, ein Buch, das einen am Tagesbeginn einstimmt auf einen Autor, der nicht nur viel geschrieben sondern auch heute noch viel zu sagen hat. Manches mutet sicher seltsam an, doch als Zeitzeuge, als Kind seiner Zeit und mit seinen Gedanken zum Ziel der Menschheit, ist Karl May sicherlich immer noch aktuell. Wenn auch der Begriff ‚Edelmensch' bei mir ein wenig auf Widerwillen stößt.

Fazit?
Ja, ich gebe es zu, ich bin jetzt richtig neugierig geworden. Erstens auf den Menschen Karl May und zweitens auf seine Bücher. Und drittens auf die Ideologie, die dahinter steckt.

Ich danke bloggdeinbuch und dem Karl-May-Verlag für das kostenlose Buch, dass mich bestimmt noch über die Jahre begleiten wird!

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