Freitag, 6. Juli 2012

Crazybookworm und CogitoLeider lesen ein Buch

Ein Protokoll!
(Und deshalb vielleicht mit dem ein oder anderen Hinweis auf den Inhalt!)

Es geht um das Buch: Der Zeitwanderer von Stephen R. Lawhead


Taschenbuch, Zeitreiseroman

01.07.2012
Die Bücher werden in ihre Schutzhüllen gepackt und werden jetzt so gelesen:


Im Vorfeld hatten wir uns darauf geeinigt, etwa 100 Seiten pro Tag zu lesen. Heute darf gestartet werden und morgen treffen wir uns zum ersten Austausch.

02.07.2012
Seite 1 bis 100
Punkt 13 Uhr, irgendwo in Deutschland.
Wir sind uns einig, der Autor kann schreiben, auch wenn die etwas hochgestochene Ausdrucksweise und die verschachtelten Sätze gewöhnungsbedürftig sind, besonders am späten Abend. Aber man kann wunderbar in die Geschichte eintauchen. Crazybookworm hat prompt ihre Tochter in der Dusche vergessen, ich wäre beinahe zu spät zur Arbeit gekommen.
Leider kennt sich Crazybookworm noch nicht so mit Zeitreiseromanen aus (aber das wird schon!), deshalb war ihr auch nicht bewusst, wie weitreichend der Bruch in der allgemeinen Regel (gültig spätestens seit den Filmen ‚Zurück in die Zukunft’: Ändere nicht die Vergangenheit!) ist. Aber wer hat sich nicht schon diese Möglichkeit gewünscht?
Stilistische Eigenheiten sind besonders die veränderte Wortwahl in der Vergangenheit, das ist witzig und sorgt für reichlich Gelächter.
Ich bin jetzt schon gespannt, wie die Geschichte von Wilhelmina weitergeht, die erst sehr unsympathisch rüber kommt, dann aber irgendwie, nun, es ist interessant.
Allerdings kann ich noch nicht so recht etwas mit Kit anfangen. Muss morgen mal den Buchwurm nach ihrer Meinung fragen!
Aber eine Leserunde ist echt witzig, so viel steht jetzt schon fest.

03.07.2012
Seite 101 bis 205
Aha, auch der Buchwurm hat noch keinen Bezug zu Kit gefunden, dafür gefällt uns Wilhelmina immer besser. Allerdings ist sie eigentlich eher eine Randfigur, während Kit, nun, er stellt die Fragen, die der Leser gerne beantwortet hätte.
Leider zeigte sich auf diesen Seiten, dass die Gesetze der Zeitreise im Allgemeinen auch hier gelten, schade. Deshalb muss auch Wilhelmina gefunden werden.
Aber immerhin gefällt uns das Buch auch weiterhin gut und wir sind immer mehr in der Geschichte.
Mich persönlich stört es ein bisschen, nicht meinen ‚Leserhythmus’ einhalten zu können. Immer, wenn ich mich gerade eingelesen habe, ist der tägliche Abschnitt schon zuende und es fällt mir dann fast schwer, das Buch wieder nach unserem Gespräch in die Hand zu nehmen. So ist diese Leserunde zwar äußerst interessant, aber für mich eher die Ausnahme. Auf der anderen Seite habe ich selten ein Buch so intensiv gelesen. So reflektiere ich mehr, wie Crazybookworm manche Stellen finden könnte und auch der Gedanke ‚das muss ich sie mal fragen’ ist mir sonst eher fremd. Drehen sich Gespräche über Bücher meist um ‚wie hat es dir gefallen’, so reden wir jetzt auch über die Handlung und über die Personen. Und da kommt es zu ganz neuen Eindrücken.

04.07.2012
Seite 206 bis 291
Nein, es ist nicht mein Ding, Bücher häppchenweise zu lesen. Dieses quasi mittendrin aufhören müssen hat was von Schullektüre. Ein gewisser Zwang und eine Unfreiheit machen sich breit, der mir nicht gefällt.
Außerdem gestaltet es sich zunehmend schwieriger, dem Inhalt des Buches zu folgen, das jetzt vier Hauptpersonen und Handlungsstränge hat und noch einen ruhenden.
Allerdings gibt es etwas, das mir bereits bei anderen Zeitreiseromanen aufgefallen ist. Der Zeitreisende als solches scheint sich in der Vergangenheit, trotz einiger Abstriche, sehr wohl zu fühlen und immer das eine oder andere Talent zu haben, das ihn aus der Masse heraushebt. Das, was wir als allgemeines Wissen verinnerlicht haben, war früher eben unbekannt. Und so hat der heutige Durchschnittsmensch anscheinend einen nicht unerheblichen Vorteil gegenüber Menschen aus der Vergangenheit. Klassisches Beispiel dafür ist Claire (Diana Gabaldon), die in ihrer Gegenwart eine Krankenschwester ist, in der Vergangenheit eine sehr erfolgreiche Ärztin wird, einfach, weil sie weiß, wie wichtig Hygiene ist. Und wie das mit der Birkenrinde funktioniert.
Also frage ich mich mal so nebenbei, welche meiner Fähigkeiten mich in der Vergangenheit weiter bringen würde.
Aber zurück zum Buch.
Durch die Parallelhandlungen, die allerdings verschiedene Längen haben, wird ziemlich deutlich, dass dieses Buch nicht in sich abgeschlossen sein wird. Das finde ich nicht gut. Denn zwar ist der zweite Teil bereits verfügbar, aber wann der dritte Band heraus kommt steht noch nicht fest. Auch das ist ärgerlich.

05.07.2012
Seite 292 bis 368
Die Handlung wird immer verwirrender, fünf Handlungsstränge sind es, wir haben gezählt, und Burleigh taucht in allen auf. Die Verwirrung wird auch dadurch verstärkt, dass wir das Buch so brutal in Stücke gerissen haben – und ich nebenbei noch ein anderes Buch lese und eines höre (das Hörbuch spielt auch noch in Ägypten und handelt von Ausgrabungen, was die Sache wahrlich nicht einfacher macht).
So eine Leserunde werde ich so bald nicht wieder machen, für mich ist es purer Zwang, ein Buch unterbrechen zu müssen. Aber die Diskussionen haben mir gefallen. Crazybookworm und ich werden also weiter über Bücher diskutieren, aber erst mal nicht zusammen lesen. Es kann aber durchaus passieren, dass wir ein Buch parallel lesen, immerhin tauschen wir inzwischen ziemlich oft Bücher aus. Einerseits ist das schön, andererseits wächst mein SuB ins Unermessliche. Und immer wieder schiebt sich was dazwischen (heute zum Beispiel *seufz*, drei Bücher habe ich geschenkt bekommen).
Wie dem auch sei, die Erfahrung, zusammen mit jemanden ein Buch zu lesen, war (und ist noch bis morgen) sehr schön. Vorallem, weil man so unterschiedliche Sichtweisen hat, die sich doch zu einem Konsens vereinigen lassen. So etwas kannte ich bisher nicht.
Vielleicht (nur so ein Gedanke) mache ich das hier an dieser Stelle mal ähnlich, hm. Aber zuerst muss ich ein Buch ganz unbedingt lesen: Der verbotene Kuss von Laini Taylor!
Aber ich schweife ab!

06.07.2012
Seite 369 bis 430 (und dann sind wir durch!)
ENDLICH!
Nun ja, natürlich freue ich mich darüber, endlich mit diesem Buch durch zu sein, aber es endet so richtig frustrierend. Nämlich komplett offen, mittendrin und lässt Crazybookworm und mich mit vielen Fragen zurück. Denn das Problem ist, dass es zwar schon den zweiten Band gibt, aber der dritte kommt irgendwann Ende nächsten Jahres raus. Das ist soooo ärgerlich. Für mich habe ich beschlossen, bis zur Veröffentlichung des dritten Bandes zu warten und dann alle drei hintereinander zu lesen. Denn die Handlung und die Charaktere sind zu umfangreich, um einfach irgendwann weiter zu lesen.

Deshalb die Empfehlung für dieses Buch: es ist der erste Teil einer Trilogie und es empfiehlt sich, alle drei Bände vorliegen zu haben, wenn man es lesen möchte, denn er ist definitiv nicht in sich abgeschlossen.
Ansonsten hat der Autor was Stil, Figuren und Handlung betrifft völlig überzeugt.



Und am Schluss noch die brennende Frage: wo kommt Wilhelmina her?

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