Mittwoch, 22. August 2012

Daisy Sisters – Henning Mankell

Taschenbuch, Familiengeschichte



Das war das erste Buch, das ich von Henning Mankell gelesen habe, und es hat mir sehr gut gefallen. Allein der Stil ist mitreißend, teilweise euphorisch und auch an den besinnlicheren Stellen seltsam leicht. Er schreibt viel über das Innenleben der Frauen, über mehrere Generationen hinweg, und das machte es interessant. Was heutzutage nahezu selbstverständlich ist, war es nicht immer, Emanzipation, auf dem Papier vielleicht bereits manifestiert, war eben noch nicht in den Köpfen angekommen (ist es bei manchen wohl…, egal). So werden Frauen geschlagen und vergewaltigt, geschwängert, um sie zu binden, und unterdrückt – und das gerade von den eher schwachen Männer. Das war schon immer so, und es wird sich wohl auch nie richtig ändern, aber in dieser Anhäufung (in diesem Buch) ist es schon ziemlich erschreckend. Zumal die nächste Generation nichts zu lernen scheint von der vorherigen.

Man bekommt viel zu lesen von den Gedanken der Frauen, manchmal ist das ein bisschen langwierig, aber so versteht der Leser, warum es so ist, wie es ist. Und es lässt sich gut lesen, auch wenn selten wirklich dramatisches geschieht. Oft sind es die kleinen, alltäglichen Katastrophen, die aus der Bahn werfen.

Aber bei all dem bleibt der Autor außen vor, er bewertet nicht, gibt nur wieder. Und auch die Protagonistinnen bewerten selten, nehmen viel einfach hin.

Fazit?
Ein anspruchvolles Buch, das mich trotzdem gut unterhalten hat. Und mich einen Blick auf die Generation meiner Mutter werfen ließ.

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