Mittwoch, 8. August 2012

The Indian Secret – Oliver Drewes



Gebundene Ausgabe, Reisebericht (?)



Inhalt:
Zwei Männer begeben sich auf die Reise, um in Indien, Sri Lanka und Bali so genannte Palmblattbibliotheken aufzusuchen. Neben einigen Reisetipps und Erfahrungsberichten (die mich zum Teil sehr irritiert haben), geht es vor allem um philosophische Betrachtungen, Wissenschaft, Völkerkunde, Religionen und, nun, ich nenne das jetzt mal etwas lapidar seltsame Verbindungen.

Meine Erwartung:
Vor einigen Jahren sah ich einmal im Fernseher eine Reportage über diese Palmblattbibliotheken, in denen angeblich die Schicksale der Menschen, die diese Bibliotheken aufsuchen, auf eben jenen Palmblättern aufgezeichnet sind. Mit dieser Erinnerung im Hinterkopf war ich sehr gespannt auf dieses Buch und erhoffte mir mehr Informationen und vielleicht eine Motivation, mich mehr mit diesem Thema zu beschäftigen.

Meine Meinung:
Dies ist kein Reisebericht, wie ich ihn erwartet hatte. Natürlich gibt es einige Tipps und Ratschläge, was bei Reisen nach Indien, Sri Lanka und Bali zu beachten ist. Störend fand ich die ‚Pfennigfuchserei’, die immer mal wieder einfließt, weil sie im krassen Gegensatz zu den Gesprächen steht. Sie hätten gut in ein Glossar gepasst.
Auch die Besuche beziehungsweise Anfragen bei einigen Bibliotheken spielen in meinen Augen größtenteils eine untergeordnete Rolle, zumal die Beurteilungen der Auskünfte doch kurz und knapp hätten ausfallen können. Auch störte mich die Wiedergaben der Lesungen, die sich besonders im Falle von Oliver Drewes auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen: ‚der Autor ist auf dem richtigen Weg und deshalb hat er ein gutes Leben’.
Stilistisch hat mich dieses Buch nicht wirklich überzeugt. Manchmal westlich-arrogant, manchmal gestelzt, manchmal wissend-weise, manchmal betulich-naiv, nein, sympathisch ist mir Oliver Drewes nur bedingt.

Warum trotzdem die gute Bewertung?
Weil es Oliver Drewes gelungen ist, den großen Bogen zu schlagen. Fernöstliche Philosophie und Glauben mal eben mit Quantenphysik zu verbinden, daneben noch Psychologie und Parapsychologie einzubringen, von kollektivem Unterbewusstsein und Gruppendynamik zu schwadronieren, das Alles macht die Sache wirklich spannend und interessant. Die Sprünge zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ob nun linear oder nicht, machen Spaß. Mir fehlt nur ein Zitat, nämlich das von Salomon: ‚Alles wurde schon gedacht’
Die zahlreichen Fotos und die Zitate denkender Menschen lockern den Text auf, und auch das ist spannend.

So ist dies nicht nur ein Reisebericht über fremde-ferne Ländern sondern auch ein Bericht über die Reise in die Geheimnisse des Lebens, des Universums und überhaupt.

Fazit?
Ein Buch, das viel Wissen und viel Glaube enthält und damit zum Nachdenken anregt. Nicht nur während des Lesens sondern auch darüber hinaus. Die Verknüpfung eigentlich allgemein eher als konträr geltender Richtungen fand ich schön.

Ich danke BloggdeinBuch und Oliver Drewes für das Rezensionsexemplar!
Interessierte können das Buch hier bestellen.

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