Mittwoch, 19. September 2012

Der beste Tag meines Lebens – Miller & Stentz

Taschenbuch, Roman



Seit ‚Rain Man’ herrscht wohl ein breites Interesse an den Menschen, die aus irgendeinem Grund nicht so ‚ticken’ wie ein ‚normaler’ Mensch. Auch mich fasziniert es, vor allem, wenn es um Inselbegabungen geht. Was geht in einem Menschen vor, der scheinbar keine Emotionen hat und sie auch nicht an anderen erkennen kann?
Und genau hier ist ‚Der beste Tag meines Lebens’ ein Buch, das auf ungeahnt sensible Art vermittelt. Die ‚handgeschriebenen’ Teile verblüffen durch ihre distanzierte, wissenschaftliche Formulierungen, die das Bild eines Forschers durch ein Mikroskop zeichnet. Und so geht Colin auch durch sein Leben. Er betrachtet, beobachtet und ist doch meist sehr distanziert. Und wenn er Gefühle entwickelt, dann kann er sie zumeist nicht deuten und ist überrascht. Die Formulierungen darauf haben mich oft grinsen lassen.
Doch hat dieses Buch noch eine andere Seite, die mich persönlich sehr gefreut hat, und das ist eine Szene mit Danny. Darauf werde ich nicht weiter eingehen, aber vielleicht fällt ja jemanden das auf, was mir auffiel.
Gut fand ich übrigens auch den Trainer, nur mal so am Rande.

Insgesamt hat mich dieses Buch mehr als nur unterhalten, es hat mich berührt, zum Teil entsetzt, zum Teil versöhnt und mir das Gefühl gegeben, dass Miller & Stentz wussten, worüber sie da schreiben, ohne sich in Polemik zu verlieren. Sicherlich gibt es genug Erfahrungsberichte, Biographien, Studien und Dokumentationen über das Thema Asperger-Syndrom, aber diese Geschichte hat mich auf einer anderen Ebene berührt.

Fazit?
Eine wunderbar durchdachte, stilistisch sehr gut umgesetzte Geschichte, die meiner Meinung nach weit über das hinausgeht, was man gemeinhin von einem Roman erwartet. Und sicherlich ein Buch mit mehr als einer Botschaft.

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