Dienstag, 16. Oktober 2012

Anton Pfeiffer und der Zauberkongress – Anne Carina Hashagen


Kindle, Jugendfantasy (ab 10 Jahren)



Wer mich kennt, weiß, dass ich die Harry-Potter-Bücher mag. Und das ich in letzter Zeit sehr viele Fantasygeschichten gelesen habe, die durchaus auch für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Daraus ergibt sich natürlich, dass mir viele Gemeinsamkeiten auffallen.
Aber wer auch immer auf die Idee gekommen ist, ‚Harry Potter’ mit ‚Anton Pfeiffer’ zu vergleichen, der sieht nur die Eckdaten.
Natürlich erinnert Emma an Hermine, natürlich gibt es einen Draco mit seinen beiden Schlägertypen, natürlich taucht auch so etwas wie Snape auf – aber das war es auch schon zum größten Teil mit den Gemeinsamkeiten.
Und mal unter uns: wenn man es darauf anlegt, kann man in jedem Buch Parallelen zu einem anderen finden, und sei es, man reduziert den Inhalt auf ‚Kampf Gut gegen Böse’ oder ‚ein Junge lernt eine andere Welt kennen’.
Denn Anne Carina Hashagen hat in ihrem Buch etwas hinzugefügt, das man bei fast allen Büchern vermisst, nämlich philosophische Poesie. Manche Sätze sind so wunderbar stimmig, so luftig-ernst, dass es mich ergriffen hat. Kein überflüssiges Rumgerede um tiefe Gefühle, die so gar nicht empfunden werden, sondern auf den Punkt gebrachte Weltanschauung. Und damit wird der Bogen geschlagen zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur, jedenfalls für mich.
Dazu kommt noch eine überbordende Phantasie, die mir ein Leuchten in die Augen zauberte. Oh wie gerne hätte ich ein Glühkäuzchen ;)

Ich habe allerdings zwei Kritikpunkte: stellenweise ist die Ausdrucksweise ein wenig schludrig (z.B. das Wort ‚gucken’ hat in einem Buch einfach nichts zu suchen, außer in der wörtlichen Rede) und eine gedruckte, liebevoll gestaltete Ausgabe wäre ein wundervolles Weihnachtsgeschenk für alle lesebegeisterten, phantasievollen Menschen ab 10 Jahren.

Fazit?
Zum Glück kein Harry-Potter-Abklatsch, sondern etwas Schöneres (oh, ich höre schon den Aufschrei).

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