Dienstag, 9. Oktober 2012

Der Atem der Welt – Carol Birch

Rezensionsexemplar, historischer Roman (?)



Erwartet hatte ich eine Art historischen Roman, in dem es um Entdeckungen und Abenteuer im 19 Jahrhundert geht.
Doch von Anfang an irritierte mich der sehr emotionale beinahe weiblich-sanfte Tonfall des Romans, der mich in Anbetracht der Tatsache, dass der Ich-Erzähler ein Junge aus den Londoner Slums ist, doch eher gewundert hat. Die Gedanken sind insgesamt sehr poetisch, auch wenn es oft um Fäkalien und Brutalität geht.
Und dann geht das Abenteuer los, wiegte mich in der Sicherheit meiner Erwartungen, nur um plötzlich eine Wendung zu nehmen, die nichts mehr mit dem Abenteuer fremder Länder zu tun hat.

Und das hat mich fasziniert.

Weil der Mensch als solcher auch interessant sein kann, und die Auseinandersetzung mit sich selbst in extremen Situationen hat wenig mit historischen Daten zu tun.

Carol Birch ist eine Geschichte gelungen, die meine Erwartungen nicht erfüllt hat. Aber das ist nicht schlimm, sondern einfach überraschend.

Fazit?
Ein stilistisch sehr schöner Roman, der in fremde Gefilde führt.

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