Montag, 29. Oktober 2012

Weiberabend – Joanne Fedler


CD, gekürzt, Frauenroman, gelesen von Nana Spier



es ist schon seltsam, wie man bei der Vorstellung von einem Haufen Frauen, die sich zu einer Pyjama-Party treffen, auf den falschen Weg geraten kann.
Natürlich hat ‚Weiberabend’ auch eine Menge Parallelen mit dem erwarteten ‚Sex and the city’ zu tun, das bleibt einfach nicht aus, wenn sich Frauen treffen. Aber dieses Buch geht noch einen gewaltigen Schritt weiter. Es sind die alltäglichen Tragödien des normalen Lebens, die mich berührt haben. So hat jede der Frauen eine ‚Leiche in ihrem Keller’, nirgendwo ist alles eitel Sonnenschein. Und das ist sehr realistisch.
Auch die Geschichten rund ums Muttersein haben mir seltene Einblicke verschafft in eine Lebensform, gegen die ich mich bewusst entschieden habe.
All das wird so erzählt, wie es im Leben ist, sachlich, gefühlsbetont, oft fatalistisch, manchmal kämpferisch und manchmal sehr traurig.
Und es ist schön zu sehen, wie im Laufe des Abends/ des nächsten Morgens die Masken fallen und sich Herzen öffnen.
Joanne Fedler hat eine sehr schöne Geschichte geschaffen, die sich von Frauenkomödien (die ich auch sehr gerne mag) positiv hervorhebt.

Nana Spier wird so langsam meine Lieblingsvorlesetante. Sie liest ruhig und betont, gibt den Frauen unterschiedliche Stimmen, ohne aufdringlich zu sein, ist ernst und lustig, und gibt so der Geschichte noch eine Extraportion Tiefe. Sehr angenehm und sehr gekonnt.

Fazit?
Ein bewegendes Buch über die Normalität der alltäglichen Katastrophen, die sehr oft sehr groß sind und trotzdem getragen werden, von Müttern und Ehefrauen – und auch von Freundinnen.

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