Montag, 29. Oktober 2012

Winter der Welt – Ken Follett


Audible, ungekürzt, gelesen von Philipp Schepmann



Nachdem ich ‚Sturz der Titanen’ gehört hatte, musste natürlich auch ‚Winter der Welt’ in mein Ohr, schon allein deshalb, weil hier eine Zeit behandelt wird, die für mich persönlich interessanter ist. Und meine Erwartungen wurden definitiv nicht enttäuscht. Wieder versteht es Ken Follett ganz ausgezeichnet, anhand von Familiengeschichten (deren Wege sich immer mehr kreuzen) historische Begebenheiten nachvollziehbar und verständlich zu machen. Und er schafft es sogar, das Ganze neutral rüber zu bringen. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, dass pauschal verurteilt wird, im Gegenteil gibt es auf jeder ‚Seite’ eben solche und solche.
Angenehm fand ich auch die Widerholungen innerhalb des Textes, das Aufgreifen der Handlungsstränge aus ‚Sturz der Titanen’, die es mir ermöglicht haben, der Handlung, die an vielen Schauplätzen geschieht, zu folgen.
Insgesamt ist es ein wirklich gutes Werk mit Einblicken in die Geschichte, die noch nicht so weit zurück liegt und mit deren unmittelbaren Folgen ich selbst noch viel Kontakt hatte. Und es zeigt, dass komplizierte Zusammenhänge relativ einfach umgesetzt doch auch gut verständlich sein können. So macht Geschichte Spaß und erklärt vieles.

Philipp Schepmann liest gut und routiniert, mit angenehmer Stimme und mit wenig schauspielerischem Ehrgeiz. Nur bei den Frauen kann er es manchmal nicht lassen, aber das ist gut erträglich. Einzig bei einer Szene war ich erstaunt, die Worte eines Individuums, der inzwischen gerne und gut parodiert wird, mal ohne ‚Akzent’ zu hören.
Wenn man die Stimme eines Menschen über beinahe 36 Stunden im Ohr hat, kann es leicht geschehen, dass man sie irgendwann nicht mehr ertragen kann. Dies ist mir bei Philipp Schepmann nicht passiert. Danke dafür.

Fazit?
Gutes Buch, gute Umsetzung, ein Hörgenuss.


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