Freitag, 2. November 2012

Die Schönheit jener fernen Stadt – Ronald Wright


Taschenbuch, Zeitreiseroman



Definitiv habe ich in den letzten Jahrzehnten selten ein Buch gelesen, in dem so viele Worte vorkamen, die ich nicht kenne. Deshalb sollte ich mir vielleicht mal Gedanken über die Auswahl meiner Lektüre machen. Nein, ich glaube nicht.
Denn ‚Die Schönheit jener fernen Stadt’ hat mir im Grunde nicht gefallen.
Es ist gut geschrieben, es enthält einige sehr wichtige Gedanken, es zeigt eine Zukunft, die nicht halb so utopisch ist wie jene, die H.G. Wells seinerzeit entwarf (eher sozialkritisch), sondern durchaus das, worauf wir gerade zusteuern. Aber für mich ist die zentrale Botschaft ‚Was ist die Wahrheit?’ und darauf gibt Ronald Wright keine Antwort, jedenfalls keine, die ich akzeptieren kann. Und gegen Ende wird es so verwirrend, dass ich verzweifelt die letzten Seiten suche.
Was ist denn nun?
Oder ist es genau das?
Und was ist das mit Tania? Erst da, dann nicht, dann doch wieder? Argh!

Nein, ich mag solche Bücher nicht, bei denen man zwischen den Zeilen lesen muss und ruminterpretiert und sich fragt und fragt und fragt. So beschließe ich hier und jetzt, dass die zweite Todesanzeige für mich die Wahrheit ist, Punktum. Das ergibt einen Sinn, das ist kurz und knapp und passt in mein Weltbild.

Nein, es ist kein einfaches Buch, aber zwischendurch liest es sich ganz gut.
Und es scheint, als gäbe es da eine neue Zeitreise-Welle, auf den Spuren der ‚Zeitmaschine’ und von höherem Anspruch als die Zeitreiseromane, in denen Magie und Schottland eine Rolle spielen – obwohl, mal als kleiner Tipp auf das, was geschieht, in diesem Buch gibt es durchaus die ein oder andere Szene für Schottlandfans.

Fazit?
Überdurchschnittlicher Zeitreiseroman in der Tradition H.G. Wells’.

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