Freitag, 14. Dezember 2012

Nickel – Aric Davis


Kindle, Roman



Seit noch nicht allzu langer Zeit gibt es bei amazon.de eine Leihbücherei für den Kindle. Ist man bei amazon.de Prime-Kunde (was etwa 30 € im Jahr kostet), darf man sich einmal im Monat ein Buch kostenlos auf den kindle laden und es lesen. Das wollte ich ausprobieren.
Leider ist das Angebot mehr als bescheiden, die meisten ‚Bücher’ habe ich eh schon, weil sie bereits gratis angeboten wurden und von Bestsellern ist nicht die geringste Spur zu entdecken. Vielmehr sind es amazon-eigene Produktionen bzw. solche, die praktisch im Eigenverlag für den kindle entstanden sind. Vielleicht ändert sich das ja noch, aber das ist der momentane Stand der Dinge. Ansonsten läuft das aber absolut bequem.

Das Buch ‚Nickel’ fiel mir eigentlich durch die Covergestaltung auf, und zwar deshalb, weil es mich an ein Buch erinnert, das ich gerne lesen würde. Auch erschien mir die Inhaltsangabe interessant.

Ja, es ist interessant, wenn auch anders, als gedacht. Nickel selbst ist dabei fast nebensächlich, wenn auch ein toller Held, der jedem Erwachsenen eigentlich zuruft ‚du Lusche, tu was’. Was mich viel eher an die Geschichte gefesselt hat, war die Andersartigkeit der Sichtweise. Ein Elfjähriger, der etwas macht, was eigentlich nicht sein dürfte, um etwas zu ändern, was noch viel mehr nicht sein dürfte, aber nach dieser Schilderung doch irgendwie fast normal (weil allgegenwärtig) erscheint. Ein Elfjähriger, der so erwachsen ist, aber doch ein kleiner Junge hinter einer dicken Schicht Frechheit und Zielgerichtetheit.

In was für einer Welt leben wir eigentlich, wenn diese Geschichte, die doch eher phantastisch wirken soll, muss, doch als absolut realistisch rüber kommt. Klar, man weiß von diesen Dingen, aber ist man sich wirklich der Tragweite bewusst?

Der Stil ist dem Erzähler angemessen, die Wortwahl und der Satzbau entsprechend. Und durch die relativ distanzierte Erzählweise wird der Schrecken des Inhalts geradezu abgeschirmt. Eine schöne Charakterstudie, besonders des Jungen, aber auch der Welt, in der wir leben.

Fazit?
Ein Buch, das man gelesen haben sollte.

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