Montag, 25. Februar 2013

52 Bücher, 6. Woche


Als wäre das letzte Motto nicht schon schwer genug gewesen, nein, Fellmonsterchen setzt noch einen drauf und wählte für diese Woche folgendes aus:

Zitronen können nicht nur sauer sein

Nun habe ich noch nie ein Buch über Zitronen gelesen und besitze auch keines, aber man darf ja um die Ecke denken, und deshalb habe ich mir gedacht, wenn Zitronen nicht nur sauer sind, dann ist das Gute auch nicht immer nur gut und das Böse nicht immer böse. Und dazu fallen mir gleich mehrere Bücher ein.

Zum einen ist es die Bruder-Serie von Jeff Lindsay, in der es um einen Mann geht, der seinen Lebenssinn darin gefunden hat, die Welt von wirklich bösen Menschen zu befreien (Serienkiller, Pädophile usw.), indem er sie auf wirklich bestialische Art und Weise umbringt. Als Leser/Hörer ist es da ganz schön schwierig mit der moralischen Entrüstung, den irgendwo gibt es da durchaus auch heutzutage noch das Prinzip ‚Aug um Aug’. Es ist einfach befriedigend, wenn es irgendwie gerecht zugeht. Aber kann man das so einfach gut finden? Darf man das?

Das Buch ‚Closer’ von Donn Cortez ist ähnlich gestrickt, wenn auch meiner Meinung nach noch ein wenig widerlicher. Hier foltert der Protagonist seine ‚Opfer’, um an andere Serienmörder heranzukommen und stellt damit die Frage ‚wie sehr prägen die Taten den Menschen, obwohl er sie aus einem guten Beweggrund heraus durchführt?’.

Rechtfertig der Zweck also immer die Mittel?
Wird der Gute zum Bösen durch seine Taten, die weiteres Unheil verhindern?
Darf ein einzelner Mensch zum Vollstrecker der Gerechtigkeit werden?
Eine sehr moralische Fragestellung, wie ich finde, die gut in Bücher passt, aber doch nicht so richtig in das tatsächliche Leben.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch immer Bücher, indem der Guten am Ende doch der Böse ist, Krimis leben von dieser Masche und bei den weniger guten kann man gleich am Anfang herausfinden, wer der Mörder ist, indem man sich an den hält, der am unverdächtigsten ist. In guten Krimis kann die Auflösung jedoch ein regelrechter Schock sein, wie es mir vor kurzem geschah, aber ich verrate hier nicht, bei welchem. Dann hat der Autor richtig, richtig gute Arbeit geleistet. Allerdings birgt diese Vorgehensweise gewisse Gefahren, wenn man sie auf das reale Leben überträgt. ‚Was wäre, wenn’ kommt mir da in den Sinn.
Was wäre, wenn der nette Nachbar, der mir immer freundlich ein ‚Hallo’ zuruft, in seinem Keller eine Folterkammer hat und sich dort… nein, ich will darüber nicht nachdenken.

Im Grunde geht es also darum, dass die Welt nicht schwarz-weiß ist, sondern es ganz viele Stufen von grau gibt – nein, ich meine jetzt nicht das Buch!
Oder, um auf das Motto zurück zu kommen *seufz*:
Eine Zitrone ist nicht nur sauer, sondern auch gelb!
Oder so ähnlich!

:wave:


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