Montag, 11. März 2013

Julia Timoschenko – Dmitri Popov & Ilia Milstein


Gebundene Ausgabe, Biografie



Ja, ich gebe es zu, für m ich war Julia Timoschenko die Frau mit dem seltsamen Zopf. Deshalb hat mich diese Biografie gereizt.
Außerdem versprach ich mir Einblicke in das, was in der Ukraine so vor sich geht.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich mir von Biografien im Allgemeinen kein so rechtes Bild machen konnte.

Enttäuscht hat mich der, besonders am Anfang störende, eher sehr langweilige Erzählstil, der dazu auch noch zwischen den einzelnen Jahren hin und her springt. Wenn man so gar keine Ahnung von den Geschehnissen hat und einem zudem die Namen auch noch völlig fremd sind, dann wird es schwierig, sich selbst zum Weiterlesen zu motivieren.
Irgendwann dann aber wird es fast spannend und ich ertappte mich selbst dabei, wie ich beinahe atemlos las.
Es ist schon ein ziemliches Theater, was da als ukrainische Politik verkauft wird. Gaunerstück wäre treffender.

Aber was erfährt der Leser über Julia Timoschenko?
Wenig.
Ab und zu mal ein paar Schlagwörter, eine kleine Erklärung für ihr Verhalten, ein wenig über ihre Ziele.
Mehr nicht.
Am Ende dann eine Art Durchhalteparole.

Vielleicht konnten die Autoren nicht mehr erfahren, vielleicht geht es auch um Privatsphäre. Aber in einer Biografie hätte ich mit mehr Persönlichem gerechnet, ein paar Anekdoten vielleicht, ein bisschen Menschliches auf alle Fälle.
Stattdessen habe ich jetzt einen tiefen Einblick in die Tragik dessen, was in der Ukraine so vor sich geht – und Julia Timoschenko bleibt für mich irgendwie doch die Frau mit der seltsamen Frisur, die ihren Beitrag dazu geleistet hat. Sympathisch geworden ist sie mir nicht. Eher im Gegenteil.

Fazit?
In meinen Augen weniger eine Biografie denn eine Zusammenfassung der historischen Ereignisse.

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