Montag, 8. April 2013

52 Bücher – 12. Woche

52 Bücher


Das Thema der Woche:
Vampir

Tja, dieses Thema habe ich selbst vorgeschlagen, deshalb gibt es hier und jetzt viel zu lesen!


Als ich mir die ersten Gedanken zu diesem Thema gemacht habe, fragte ich mich, wann genau meine Liebe zu Vampirromane begann.

Es begann mit Filmen.
‚Tanz der Vampire’ und die Dracula-Filme mit Christopher Lee lasse ich hier mal außen vor, ich glaube, die legten einfach nur das Fundament.
Richtig gepackt hat mich die Dracula-Verfilmung 'Bram Stokers Dracula', die sich eng an das Original hielt, aber den sexuellen Moment betonte.
Dann natürlich ‚Wes Cravens Dracula’ – nur locker mit dem ‚Original’ verbunden, aber witzig und erotisch. Auch fand ich die Erklärung gut.

Endgültig von dieser Thematik überzeugt hat mich allerdings die Betsy-Taylor-Reihe von Mary Janice Davidson. Was habe ich gelacht. Und gestaunt.
Ein kleiner Umweg war die Biss-Reihe von Stephenie Meyer, die mir zwar stilistisch gut gefallen hat, aber ansonsten eher abschreckend wirkte.

Denn für mich muss ein guter Vampirroman folgendes beinhalten:
Komik
Überzeugende Vampire
Vernünftige Erklärungen
Eine gewisse Romantik, die aber nicht schnulzig sein sollte
Eine gute Handlung

Komik
Meist spielt die Rolle des Gaglieferanten die weibliche Person, die kein Vampir sein muss. Sie macht sich über den Vampir lustig, stolpert über ihre eigenen Füße, ist schwach und hilflos, aber trotzdem mutig, kämpft gegen ihre eigenen Gefühle an – und gegen den ‚Untoten’.
Auch gehört ein lustiger Schlagabtausch dazu.
Ein gutes Beispiel ist hier die Dark-Ones-Serie von Katie MacAlister. Alle Frauen haben körperliche Mängel, aber machen ihre ‚Auserwählten’ verbal nieder.

Überzeugende Vampire
Der Vampir ist per definitionem uralt, mindesten zweihundert Jahre, und schon deswegen haben sie gute Manieren. Außerdem sind sie reich – wer so lange lebt, hat gefälligst auch Geld angehäuft, eigentlich eine dämliche Aussage, aber so ist es eben.
Und selbstverständlich sind sie gutaussehend. Warum auch immer sie zum Vampir geworden sind, es ist etwas in ihrem Blut, das alle körperlichen Gebrechen auslöscht – und ein hässlicher Vampir hätte wohl auch mit dem nächsten Punkt arge Probleme.
Vampire sind purer Sex.
Ich meine, die Typen stehen über dem Tod, sind unglaublich stark und schnell, kämpfen allnächtlich um ihr Überleben, sind gefährlich und unberrechenbar, da schmilzt die Heldin natürlich dahin, ist doch klar.
Dazu sind sie auch noch gebildet (was sollten sie auch vor zweihundert Jahren so machen außer lesen?) und haben sich gewiss auch einiges über die Verführungskunst angeeignet. Schon wegen der Selbsterhaltung.
Und der Biss als solches, also ehrlich, der kann ja wohl nur erotisch sein.

Vernünftige Erklärung
Natürlich ist der Begriff ‚vernünftig’ in diesem Zusammenhang eher dehnbar.
Das ‚warum bin ich ein Vampir’ ist von Autor zu Autor unterschiedlich, sollte aber in sich schlüssig sein. In einem Buch, das ich gelesen habe, war von Außerirdischen die Rede, sorry, das war mir ein wenig zu heftig. Ich bin da eher altmodisch, Vampir durch Biss finde ich die beste Erklärung.
Aber auch die ‚Gegenmaßnahmen’ variieren inzwischen gewaltig. Manchmal scheuen sie das Tageslicht, manchmal können sie es wenigstens kurzfristig ertragen, manchmal ist das überhaupt kein Problem. Aber hier möchte ich anmerken: Es sind Geschöpfe der Nacht – was will ein Vampir im Tageslicht?
Gleiches gilt für Knoblauch, wobei sich da Alle einig zu sein scheinen. Knoblauch ist unangenehm, aber mehr nicht.
Silber und Kruzifixe sind da ein ganz anderes Thema, schließlich muss der ‚Untote’ ja wenigstens einen Schwachpunkt haben.

Die gewisse Romantik
Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr komme ich zu dem Schluss, dass Vampire so eine Art moderner Ritter sind. Und wenn die Inhalte auch variieren, so hat das Ganze doch die Strukturen eines historischen Liebesromans. Die funktionieren nach dem gleichen Schema: großer, starker Mann, vom Schicksal gebeutelt aber trotzdem edel, lernt minderbemittelte Frau kennen, die beiden verlieben sich trotz aller Gegenwehr ineinander, ein paar Gefahren und Gegenspieler gilt es zu überstehen, dann endlich dürfen die Beiden…
Geschichten funktionieren gut nach diesem Schema.
Die Vampirromane, die mir gefallen, spielen mit diesem Thema und würzen das Ganze mit einer gehörigen Portion Witz. Deshalb sind sie selten schnulzig, eher im Gegenteil, denn ein guter Witz zur rechten Zeit verhindert so etwas grundsätzlich.

Eine gute Handlung
Vampire leben im Verborgenen (mehr oder weniger), sind uralt und haben sich meist zu Gruppen oder Familien zusammengeschlossen.
Nun geht einer los und verliebt sich in eine Sterbliche.
Das kann nur Ärger geben.
Meist gibt es ein paar Verpeilte, die Vampire als Dämonen ansehen und sie vernichten wollen (meist kleine, hässliche, schwache Menschen, die im Grunde nur selbst gerne Vampire wären).
Außerdem sind Vampire nicht gerade gesellige Lebewesen und murksen sich auch gerne gegenseitig ab.
Und dann ist da noch der Blutdurst, der bei manchen denn doch auf Widerwillen stößt. Allerdings hat sich da der ein oder andere Autor entschlossen, die Sache klinisch und human zu lösen, es lebe die Blutbank. Doch die beste Konserve kann natürlich nicht mit dem Reiz des Lebendem konkurrieren ;)

Hier in meinem blog findet ihr viele Rezensionen von Vampirromanen, denn ich mag das Genre. Einige Serien haben mich überrascht, doch im Grunde arbeiten sie immer mit den gleichen Mitteln, man bekommt also, was man erwartet. Das beruhigt die Leserseele. Das garantiert ein schönes Leseerlebnis. Das macht das Leben einfach.
Und es macht Spaß, zu vergleichen, zu analysieren, zu beurteilen.

Und funktioniert nicht jedes Genre durch die ihm eigenen Regeln?

So, ich geh jetzt mal lesen :wave:

Eine Liste:
Dark-Ones-Serie von Katie MacAlister
Betsy-Taylor-Serie von Mary Janice Davidson
True-Blood-Serie von Charlaine Harris
Argenau-Serie von Lynsay Sands
Lady-Alexia-Serie von Gail Carriger

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen