Donnerstag, 4. April 2013

Der Medicus – Noah Gordon


Taschenbuch, historischer Roman



Natürlich habe ich dieses Buch schon vor Jahren gelesen, und zwar Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, egal, was da über das deutsche Copyright steht (was ich natürlich recherchieren könnte).
Wie dem auch sei, damals liebte ich dieses Buch, ich habe es verschlungen. Und doch blieben mir zur zwei Dinge wirklich in Erinnerung: Jonglieren und Blinddarm.
Etwas wenig bei 840 Seiten ;)

Wie dem auch sei, ich bekam dieses Buch erneut in die Finger und habe mich wirklich darauf gefreut, diesen ‚Wälzer’ erneut zu lesen.

Als erstes fiel mir der unsägliche Stil auf. So altbacken, so betulich, so unglaublich uninspiriert. Fand ich das damals auch schon? Gab es eine neue, schlechtere Übersetzung?
Egal, die Geschichte ist interessant. Und dann kam auch die Sache mit dem Jonglieren, sicher ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, aber es geschieht doch so viel mehr.
Denn Noah Gordon lässt sich von seiner Geschichte hin und her treiben in dieser Welt um 1040. Unwichtiges neben Wichtigem, Interessantes und Uninteressantes, all das kommt in den großen Kessel der Erzählung, wird umgerührt und serviert, möge sich der Leser die Teile herauspicken, die ihm munden.
Denn eines steht fest: Was genau der Dichter mir sagen will, ich weiß es nicht. Gar viele Botschaften gilt es zu deuten – oder auch gar keine.
Denn Noah Gordon ist wahrlich kein guter Geschichtenerzähler.
Und es gelingt ihm nicht, die Protagonisten stimmig zu schildern, obwohl er es mit vielen Worten versucht.

Und dennoch liest sich der Roman flüssig, ist interessant und mäßig spannend, zeigt ein sattes, rundes Bild von der Zeit, von den Schrecknissen und Freuden, den kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten, dem Umgang miteinander (sehr interessant und aktuell). Viel hat sich nicht geändert ;)

Warum die Bewertung?
Weil es gut tut, so ein umfassendes Werk, das gut recherchiert erscheint, in den Händen zu halten, Seite um Seite zu entdecken und dann zu staunen, wie schnell man die Seiten schwinden. Und wegen der Erinnerung.

Fazit?
Sicher ein Meilenstein in der Literaturgeschichte, oder wenigstens, was historische Romane betrifft. Die Euphorie von vor über 20 Jahren kann ich jedoch nicht mehr nachvollziehen!

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