Freitag, 10. Mai 2013

ADHS aus Sicht einer betroffenen Familie – Melanie Hirschmann


kindle, Ratgeber



Nein, ich bin in keinster Weise betroffen und im Grunde interessiert mich das Thema auch eher allgemein, nach dem Motto: Früher gab es das nicht, ist das neu?

Warum also habe ich dieses Buch gelesen?
Weil ich die Autorin ‚kenne’ und mich interessiert hat, was sie zu einem solchen Thema zu schreiben hat. Und weil ich durch die Aussage ‚aus Sicht einer betroffenen Familie’ mit falschen Vorstellungen behaftet war (‚Lösungswege einer betroffenen Mutter’ trifft es meiner Meinung nach besser). Nein, es ist keine Anekdotensammlung, eventuell humorig aufbereitet und mit ein paar Tricks und Tipps versehen.
Im Gegenteil ist es eine, in meinen Augen, fundierte Abhandlung über eine Krankheit bzw. Behinderung, die Hilfe aufzeigen möchte. Dies zeigt sich auch im Anhang, der viele Adressen nennt, unter denen man sich weiter informieren kann. Warum also nicht von den guten und schlechten Erfahrungen profitieren? Dafür ist es allemal gut.
Und auch, um den Blick zu klären und mit Vorurteilen aufzuräumen. Das finde ich sehr wichtig, denn auch, wenn ich mir kein Urteil über ‚unerzogene’ Kinder anmaßen möchte, auch ich habe so meine Schubladen.

Lächeln musste ich bei der Beschreibung der Erziehung, die ich hier mal auf drei Punkte reduzieren möchte: Klare Ansagen, Konsequenzen und Berechenbarkeit (der Eltern). Genauso stelle ich mir eine gute Erziehung vor – und muss dabei halt vor mich hin lächeln, weil, nun, ich habe schon öfter festgestellt, dass Hunde- und Kindererziehung doch sehr viele Parallelen aufweisen.
Gerade das Thema ‚Konsequenzen’ erlebe ich zur Zeit hautnah, weil ich immer wieder Zeuge gewisser Androhungen werde, bei denen mir als Außenstehende schon klar ist, dass diese nicht ausgeführt werden – das Kind weiß es sowieso. Fazit: Das Kind schaltet auf Durchzug.
So ist es auch bei der Hundeerziehung. Es hat keinen Zweck, einen noch nicht erzogenen Hund auf 20m Entfernung ein ‚Sitz’ zuzurufen. Ist einfach so. Oder auch der Klassiker bei Mensch-Hund-Begegnungen: ‚Ach komm, geh weg’. Der Hund hört ‚komm’, freut sich und springt den Menschen vielleicht noch an, um zu zeigen ‚hey, hier bin ich, genau wie du es wolltest’.

Aber wo war ich?
Richtig, das Buch.
Nun bin ich also informiert, habe ein wenig darüber gehört, wie mit dem Thema ‚ADHS’ umgegangen wird, weiß jetzt, dass meine Vorurteile haltlos sind, kann vielleicht sogar unterscheiden zwischen psychischem Problem und Unerzogenheit – Alles in Allem also ein guter Einstieg in das Thema mit vielen Tipps, Denkansätzen und Fachwissen und damit bestimmt wichtig und richtig für ‚Betroffene’.

Fazit?
Ein Buch, das Einblicke gewährt, allerdings in keinster Weise voyeuristische. Und ich denke, es macht Mut, sich nicht abstempeln zu lassen, sondern Wege zu suchen.

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