Samstag, 11. Mai 2013

Die goldene Brücke – Eva Völler


Gebundene Ausgabe, Jugendzeitreiseroman

:DD:DD:DD

Da ich dieses Buch gemeinsam mit einer Freundin gelesen habe (Leserunde), weiß der aufmerksame Leser dieses Blogs ja schon eine Menge über meine Eindrücke. Doch will ich es hier noch einmal kundtun.

Dies ist der zweite Teil der Zeitenzauber-Reihe und hat mich als erstes durch das Cover überzeugt. Ein wunderschönes Buch, toll gestaltet und damit wirklich schon einmal etwas Besonderes.
Doch natürlich kommt es bei einem Buch auf den Inhalt an, und da war ich wirklich neugierig. Konnte es meinen Erwartungen gerecht werden? Schließlich hatte mir schon der erste Teil gut gefallen, und man weiß ja, wie das mit Fortsetzungen ist.
Aber bevor ich darauf auch nur noch einen Gedanken verschwenden konnte, war ich schon mitten drin im Geschehen, denn es beginnt tatsächlich mit Pauken und Trompeten und einem wunderbaren Dialog, der mich sehr zum Lachen brachte.
Derart fulminant geht es zwar nicht sofort weiter, aber schon bald hatte mich die Geschichte fest im Griff und das Kopfkino machte jedem Mantel-und-Degen-Film Konkurrenz. Tolle Beschreibungen der historischen Zustände (‚quiek’), eindrucksvolle Kostümierung, und das aus Sicht eines ‚modernen’ Menschen, das macht einfach Lesefreude.
Und kam hat man sich eingefunden, da überschlagen sich die Ereignisse, die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen und Anna heult sich die Augen aus dem Kopf (hat sie im ersten Teil auch schon getan, da hat es mich ein wenig genervt, hier wirkt es zwar übertrieben, gehört aber dazu). Es ist derart spannend, man könnte es glatt als Pageturner bezeichnen, oder auch so: Ich konnte es nicht aus der Hand legen (gut, es gab Gründe das zu tun, aber das ist eine andere Geschichte).

Überhaupt der Stil.
Mittendrin dachte ich, er könne mich nerven, aber das war dann doch nicht der Fall, schließlich ist die Ich-Erzählerin wie sie ist, nämlich ein Kind ihrer Zeit und das redet eben so.
Wunderbar fand ich die Art, wie historisches Wissen in die Geschichte einfließt, nicht belehrend oder von oben herab, sondern so, wie man heutzutage an die Sache geht: Es wird google und wikipedia bemüht und dann in eigene Worte gefasst.
Und das ist der Zauber der Geschichte: Man kann sich vorstellen, Anna säße einem in einem Cafe oder Wohnzimmer gegenüber und würde ihre Geschichte erzählen, dabei gestikulieren und ihre Miene verziehen – und genau das ist die hohe Kunst des Geschichtenerzählens!
Als Leser vergisst man Zeit und Raum, ist in der Geschichte drin, fiebert dem Ende entgegen (und hat gleichzeitig das Bedürfnis, es nie enden zu lassen).

Genug des Lobes.
Natürlich ist es durch und durch ein Jugendroman, weder philosophisch noch weltbewegend, machen wir uns nichts vor. Es hat mir keine tiefen Einblicke in die Welt des, ja, was denn, keine Ahnung, aber es war eben nur bedingt lehrreich. Stilistisch erreicht es auch keine Höhenflüge (meint: Es gibt keine hochtrabenden, ironisch angehauchten Satzkonstruktionen).

Aber es macht das, was es soll: Unterhalten.

Fazit?
Tolles Buch, tolle Geschichte, tolle Protagonisten! Ich freue mich auf die Fortsetzung!

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