Freitag, 3. Mai 2013

Ich bin dann mal weg – Hape Kerkeling



Hörbuch, Reisebericht, gelesen von Hape Kerkeling



Wenn jemand auf dem Selbstfindungstrip ist, stellt sich schon die Frage, ob man dies öffentlich darlegen soll oder es doch lieber für sich behält. Denn schnell wird der Anschein erweckt, als wolle man missionieren und nur möglichst viele Menschen zu seinen An- und Einsichten überreden.
Aber wenn dieser Jemand ein Komiker ist, dann wird es vielleicht interessant – dachte ich mir.
Außerdem fasziniert mich das Thema ‚Jakobsweg’ schon ein bisschen, wenn auch weniger aus katholischen Gesichtspunkten. Bin ich nämlich nicht, war ich nie und ich werde es wohl auch kaum jemals sein, also katholisch.
Allerdings habe ich festgestellt, dass ich sehr gerne zu Fuß unterwegs bin und mich nach einem langen ‚Spaziergang’ gut fühle.
Und ja, das Hörbuch liegt schon ein paar Jahre bei mir herum.

Natürlich geht es um Gott, um einen selbst und den Weg zur Erkenntnis, irgendwie jedenfalls. Aber Hape Kerkeling ist zum Glück nicht missionarisch unterwegs, also lacht man über zufällige Begegnungen, schreckliche Unterkünfte und lebensgefährliche Begebenheiten, denn schließlich hat der Autor all das überstanden Einblicke in den Privatmensch Kerkeling runden das Buch schön ab und so hatte ich einige amüsante Stunden, während ich selbst durch die Gegend stolperte. Doch auch etwas anderes hatte ich, und zwar das Bedürfnis, mich selbst auf den Weg zu machen, nicht auf den Jakobsweg, nein, meiner wäre ein anderer, wobei ich meine konfusen Gedanken dann lieber weiter mit Hörbüchern übertönen lassen würde. Denn der Schritt zu sich selbst ist ein harter und andere Menschen sind da doch vonnöten, so viel habe ich verstanden.

So ist dieses Buch ein Reisebericht, eine Anleitung, eine Anekdotensammlung und eine Sicht auf eine persönliche Weltanschauung, die mir so als Gesamtpaket gut gefallen hat. Weil nicht penetrant auf der Glaubenssache herumgeritten wird, sondern sie sehr menschlich ist. Und einen sehr menschlichen, und damit sympathischen, Hape Kerkeling zeigt.

Fazit?
Ich werde in diesem Leben niemals den Jakobsweg gehen – aber vielleicht meinen eigenen Weg. Motiviert bin ich schon mal!

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