Mittwoch, 29. Mai 2013

Im Land der weiten Fjorde – Christine Kabus


Taschenbuch, Norwegenroman



Das Interessante an diesem Buch ist die Liebe der Autorin zu Norwegen, einem Land, über das ich mir persönlich nie viele Gedanken gemacht habe. Und es gelingt Christine Kabus durch die Landschaftsbeschreibungen so etwas wie Fernweh beim Leser zu wecken. Das hat mir gut gefallen.
Außerdem ist es insgesamt eine interessante Geschichte, die mich persönlich angesprochen hat.

Allerdings gefällt mir der meiner Meinung nach sehr betuliche zuweilen extrem rührselige Schreibstil überhaupt nicht. So sind besonders die Abschnitte, in denen es um zweifellos tiefe Gefühle geht, eher schnulzig gehalten. Auch die Dialoge habe ich als gestelzt empfunden, so, als fehle den Personen die Seele und sie würden sich wie schlechte Schauspieler unterhalten. Das finde ich sehr schade, denn es zerstört für mich einfach diese gute Idee.

Neben den stilistischen ‚Einbrüchen’ gibt es noch einen Punkt, der mir sauer aufstößt, und zwar das Gefühl, dass einfach zuviel in die einzelnen Personen und Geschehnisse gepackt wurde. So hat Lisa natürlich erst einen Freund, nur um dann im Stallburschen ihre große Liebe zu finden, der natürlich nicht Stallbursche ist, sondern… Und alle sehen ganz unglaublich gut aus und haben den besten Charakter. Im Gegensatz dazu gibt es eher am Rande die ‚Bösen’, deren Rolle in diesem ‚Spiel’ aber eher klein geredet wird. So wird viel gerechtfertigt und verziehen, aber mir persönlich fehlt der kritische Moment. Meiner Meinung nach hat sich Christine Kabus hier irgendwie aus der Affäre gezogen, was mich enttäuscht hat.

Doch bei all dem Negativen möchte ich betonen, dass es ein unterhaltsames Buch mit sehr vielen Informationen aus dem Alltäglichen ist.

Fazit?
Eine gute Idee, der es in der Umsetzung an dem gewissen Etwas mangelt. Und ich glaube, ich möchte mal mit einem Postschiff fahren.

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