Donnerstag, 16. Mai 2013

Untat – Guido Rohm


Taschenbuch, Krimi



Der Inhalt

Zwei Journalisten wollen eine Kindesentführung beobachten.

Mein Eindruck

Von den ersten Sätzen an hatte ich ein sehr beklemmendes Gefühl, der sich zu großer Übelkeit ausweitete.

Doch das war erst, nachdem ich das Buch angefangen hatte zu lesen.
Als ich es in der Hand hielt, dachte ich, dass sei doch ein sehr dünnes Büchlein, und schließlich braucht eine Geschichte Raum zum Entwickeln. Leichte Kost also, die mal eben schnell gelesen werden kann.
Habe ich schon erwähnt, dass mir übel ist?

Auch ist die ‚Geschichte’ in sehr kurzen Sätzen und in der Gegenwartsform geschrieben, also nichts, was mich normalerweise überzeugen kann.
Mir ist immer noch übel.

Doch erzählt Guido Rohm in ‚Untat’ ein Geschehen, dass so widerlich, einprägsam, leider möglich, realistisch und doch, nein, natürlich völlig utopisch ist.
Allerdings lässt mich eine Erinnerung an eine Entführung nicht los, bei der es gar nicht mal so anders zuging.

Wann also wird der Beobachter zum Täter?
Gibt es unparteiische Beobachter überhaupt?
Kann man ein Verbrecher beobachten, aus der Warte eines Unbeteiligten Berichterstatters, ohne sich schuldig zu machen?
Was ist Realität und was ist Vorstellung?
Die Grenzen verschwimmen ständig, verschieben sich.

Nein, dieses Buch ist keine leichte Kost, es ist etwas, worüber man sich Gedanken machen sollte, denn es hält jedem Menschen den Spiegel vor und das Spiegelbild ist kein schönes. Reden wir uns nicht Alle das Schreckliche schön, das Böse gut? Sind es nicht immer ‚die Anderen’, die sich nicht an Anstand, Sitte und Moral halten, während wir uns selbst für unschuldig halten?

Meine Güte, es ist ein schreckliches Buch, aber das hat nichts mit der Zeitform oder den kurzen Sätzen zu tun, sie passen einfach. Es ist schrecklich, weil es für mich kaum zu ertragen war, es zu lesen.
Denn ich bin der festen Überzeugung, dass nichts zu tun, seine Hände quasi in Unschuld zu waschen, auch eine Tat ist.
Sind die Menschen so?

Interessant fand ich auch noch einen anderen Gedanken, der sich mir immer wieder aufdrängte, nämlich frage ich mich, ob es Oscar überhaupt gegeben hat. Irgendwie geht es ein klein wenig in Richtung Schizophrenie.

Fazit?
Ein Buch, dessen Äußeres nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Und mit Sicherheit hätte es nicht mehr Worte gebraucht. Ich finde es außergewöhnlich. Aber Vorsicht, es ist definitiv nichts für empfindsame Gemüter.

Ich danke bloggdeinbuch und dem Conte-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Bestellt werden kann es auch hier

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