Freitag, 20. September 2013

Agatha Raisin und der tote Richter – M. C. Beaton


Taschenbuch, Krimi



Schon auf der ersten Seite bin ich über den Namen der Autorin gestolpert, denn M. C. Beaton ist keine Geringere als Marion Chesney, die ich von einigen (vielen) Regencyromanen kenne. Vor etwas mehr als zwanzig Jahren habe ich diese Bücher verschlungen, so wenig anspruchsvoll sie auch waren. Aber bei leichter Unterhaltung und nicht mehr als 250 Seiten konnte ich gut abschalten.

Nun aber ist die Zeit der Regencyromane eher abgelaufen (außer im ‚Groschenheftbereich’), so lange nicht mindestens ein Vampir oder Werwolf auftaucht, deshalb hat sich der Bastei Lübbe Verlag wohl auf diese Reihe der erfolgreichen Autorin gestürzt, englischer Krimi geht eben immer. Verwundert hat mich dabei allerdings, dass ‚Agatha Raisin und der tote Richter’ bereits im Jahre 1993 im Original erschien und es davon inzwischen 23 Folgen gibt. Es ist also ein zwanzig Jahre alte Geschichte und ich habe mich gefragt, ob es nichts Aktuelleres zu verlegen gibt.

Aber zum Buch:
Die Protagonistin ist durchaus sympathisch, auch ihre Mit- und Gegenspieler zeichnen sich durch gewisse Charakteristika aus, erinnern damit stark dem dörflichen Idylle der Krimis von Agatha Christie. Das Geschehen als solches ist nicht uninteressant und es gibt sogar ein paar spannende Momente. Alles in allem ist es ein Krimi alter englischer Schule. Und es ist definitiv der Auftakt zu einer neuen Serie, steht doch neben dem obligatorischen Mord der innere Kampf der Heldin im Vordergrund. Bleiben oder nicht bleiben – das ist hier die Frage, die sich jedoch von alleine klärt.
Auch kann Marion Chesney nicht aus ihrer Haut, es bahnt sich also etwas an. Und schon deshalb interessiert es mich schon, wie es weitergeht.
Der Kriminalfall ist ein bisschen verworren, hat aber erfreulicherweise nichts mit schlimmer Kindheit oder anderen psychologischen Themen zu tun, sondern bleibt bodenständig. Sehr angenehm.
Stilistisch gibt es nichts auszusetzen, was mich auch gewundert hätte, schließlich schreibt die Autorin seit Jahrzehnten. Leicht verständlich, einfach gut zu lesen und unterhaltsam, ein Krimi also, der keine hohen Anforderungen an den Leser stellt und dennoch für nette Stunden sorgt.

Ich würde mir wünschen, dass es dem Bastei Lübbe Verlag gelingt, die nächsten Teile zügig zu veröffentlichen und so den Leser bei der Stange zu halten.

Fazit?
Ein netter Krimi, eine nette Atmosphäre, wenig Anspruch, dafür interessante Protagonisten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen