Dienstag, 15. Oktober 2013

Todesengel - Andreas Eschbach


Audible, ungekürzt, Thriller, gelesen von Matthias Koeberlin



Der Autor und ich
Immer wieder stoße ich auf Andreas Eschbach bzw. seine Bücher. Angefangen hat es mit


(der beste letzte Satz aller Zeiten!)
dann ging es weiter mit

Doch muss ich gestehen, dass ich damals noch nicht bereit war für den Intellekt des Autors.
Also machte ich fortan einen kleinen Bogen um den Autor, immer jedoch mit der Hoffnung, wieder ein so geniales Buch (für mich) wie das Jesus-Video zu finden. Das dauerte seine Zeit, bis ich irgendwann auf dieses stieß:

Und nun war ich bereit für das Gedankenkonstrukt, und es hat mich fasziniert.
Doch es dauerte wieder einige Zeit, bis ich auf 'Todeengel' stieß.
Andreas Eschbach ist kein Autor, von dem ich jedes Buch lesen möchte, aber es ist einer, der mich immer wieder in seinen Bann zieht und dem ich den moralischen Zeigefinger nicht übel nehmen kann.

Meine Meinung zu 'Todesengel'
Auch in diesem Buch geht es um Menschen und ihre tiefen Gefühle und als Hörer/Leser bin ich hin- und hergerissen zwischen einem 'ja' und einem 'nein'. Selbstjustiz ist ein heikles Thema, der Schutz des Bürgers eine große Frage und die Behandlung von Täter und Opfer sowieso.
Der Autor versteht es hier sehr gut, mich in eine moralische Bedrouille zu bringen und wirft mich in meinen Emotionen und Gedanken von einem Extrem ins andere. Das ist stellenweise ganz schwer auszuhalten.
Aber es ist mit der Selbstjustiz so wie mit der Todesstrafe (jetzt wird es heikel, oder?): die Betroffenen (und andere) halten sie für gerecht, aber wehe, es trifft nur einen Unschuldigen. Und hier liegt der Hase im Pfeffer, das ist der Konflikt, der einem bei diesem Buch nicht loslässt.

Gut gefallen hat mir...
dass Andreas Eschbach die Protagonisten gewohnt sachlich beschreibt, er bewertet nicht, er heischt nicht um Mitleid, er stellt dar. Und es gibt sehr viele Lebensgeschichten zu erzählen. Und sehr viele Beweggründe und Zwänge. Aber bei all der Sachlichkeit konnte ich mir jede einzelne Person gut vorstellen und ihr Handeln nachvollziehen, so seltsam es auch manchmal erscheinen mag.
Typisch fand ich den wissenschaftlichen Touch, ich sag hier nur: Faser.

Das Ende
Etwas weniger 'heile' Welt hätte mir besser gefallen, ganz ehrlich.

Matthias Koeberlin...
liest gut und gekonnt, er versetzt sich in die Figuren hinein und es ist ein Genuss, ihm zuzuhören.

Fazit?
Ein spannender Thriller, der den Hörer/Leser zum denken animiert, auch über sich selbst.

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