Mittwoch, 20. November 2013

Die Heilanstalt - Simon Geraedts


Kindle, E-Book, Dystopie



Aus irgendeinem Grund habe ich dieses Buch anfangs für einen Thriller gehalten. Ach ja, der Autor hat es mir verraten.

Nun, lieber Herr Gereadts, Sie haben keinen Psychothriller geschrieben, jedenfalls nicht, wenn Sie dieses Buch meinen!

Aber ich bin genretechnisch ja sehr flexible und hatte schon nach ein paar Seiten erste Bilder im Kopf, naja, eigentlich Filme. Aber ich widerstehe der Versuchung und werde deren Titel nicht nennen, da sie zwar atmosphärisch durchaus passend wären, inhaltlich aber nur begrenzt.

Ok, es ist also in meinen Augen eine Dystopie, die mir nicht allzu Neues bringt.
Doch ist es dem Autor gelungen, so 'dicht' zu schreiben, dass ich eine Lesepause einlegen musste, weil es mich zu sehr belastete. Dies liegt nicht nur an den wohlgeformten Sätzen und den Worten, die benutzt werden, sondern auch an der Geschichte als solcher.

Der Stil
Simon Geraedts zeichnet sich in meinen Augen (und inneren Ohren) durch eine sehr gewählte Sprache aus. Oft klingt es schon ein wenig gestelzt, aber insgesamt würde ich beinahe von 'Wortgewalt' schreiben, die gut zum Thema passt. Dieses Thema unter all der Handlung zu finden, ist allerdings nicht schwer und manifestiert sich meiner Meinung nach in den letzten Kapitel.

Das Thema
Beängstigend fand ich den Bogen, der geschlagen wird, denn der ist nicht in der schrecklichen Zukunft angesiedelt, sondern durchaus im Hier und Jetzt bzw. im Gestern. Da wurde es mir auch ein wenig schwülstig und weniger wäre mir angebrachter zu sein. Aber der Autor erscheint es zu wichtig, um es in weniger Worten auszudrücken und es ist schließlich sein Buch.
(Wobei ich zugeben muss, dass dem Werk weniger Worte durchaus gut getan hätten)

Die Botschaft
Ja, es gibt eine durchaus mutmachende Botschaft, die geradezu euphorisch in meinem Kopf nachhallt. Und obwohl ich meist wenig davon halte, gefällt mir diese ganz gut.

Fazit?
Kein leichtes Buch, eher empfehlenswert für jemanden, der sich Gedanken macht.

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