Samstag, 16. November 2013

Erwin, Mord und Ente - Thomas Krüger (Hörbuch)


CDs, ungekürzte, Krimi, gelesen von Dietmar Bär



Ja, ich weiß, ich habe das Buch gerade erst gelesen, aber wie angekündigt, wollte ich es unbedingt auch hören.
Und das war gut so.
Zumal sich etwas herausstellte, was ich bereits geahnt hatte: ich lese zu schnell und zu viel, um mich noch genau an Alles erinnern zu können.
Und außerdem wurden in der Leserunde zum Buch bei wasliestdu? Fragen gestellt, über die ich mir beim Lesen keinen Kopp gemacht hatte.
Deshalb war es gut, das Buch zu hören und genau auf bestimmte Dinge zu achten.

Der Sprecher
Dietmar Bär liest absolut gut, nur habe ich bemerkt, dass ich Stimme und Person nicht zusammenkriege. Das ist ein Phänomen, das wohl jeder kennt, denken wir nur an Radiosprecher. Aber er hat auf alle Fälle die richtige Stimme für dieses Buch und erfüllt es mit Leben.

Erwin
Während der Leserunde bemerkten einige, dass sie sich den Protagonisten in seiner Zwiespältigkeit nicht vorstellen könnten, auch ich hatte Probleme damit.
Allerdings weiß ich jetzt warum. Die Eingangsszene mit Erwins Gedankengängen führt den Leser/Hörer auf die richtige Spur, die dann allerdings ersteinmal wieder verwischt wird.
Und mir persönlich steht Erwin sehr nahe, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Seine Art zu denken ist jedenfalls für mich nicht untypisch.

Die Wut
Da ich nun schon wusste, wie Alles endet, hatte ich nicht die gleiche Wut in mir, höchstens ein wissendes Grinsen im Gesicht. Das machte das Hören angenehm und beinahe entspannt, nach dem Motto: ihr Dösköppe werdet euch noch wundern.

Spoilere ich eigentlich gerade?

Die Irritationen
Während der Leserunde stolperten einige über die Namen (besonders die Süddeutschen ;)). Sie zu hören erleichtert die Sache allerdings sehr, wie ich finde und dann wird auch die Absurdität bewusster.

Arno
Erwins Freund wird zu einem sehr präsenten Charakter in der Lesung finde ich, das kann die Stimme in meinem Kopf beim Lesen einfach nicht leisten.

Meine Meinung
Das Buch ist toll.
Wobei ich einschränken muss: ich lese sehr viel Fantasy, daher nehme ich viele Sachen als gegeben hin und ziehe sie nicht in Zweifel.
'Erwin, Mord und Ente' ist kein Krimi im klassischem Stil. Nicht bierernst wird hier die Frage nach dem Mörder gestellt, sondern es wird eine Dorfgemeinschaft gezeichnet, wie sie grenzwertiger nicht sein kann. Und die Situationen als solche haben einen gewissen, beinahe britischen Humor. Nein, ich vergleiche Thomas Krüger nicht mit Terry Pratchett oder Douglas Adams, aber eine gewisse Nähe habe ich schon gespürt.

Meine Empfehlung
Wer jetzt neugierig geworden ist, dem empfehle ich, dieses Buch mit einem gewissen Sinn für Humor zu lesen oder zu hören. Klammert euch nicht an Tatsachen und die Realität (die hoffentlich anders aussieht), sondern seid offen für die Absurdität in dieser Welt. Oder im Paralleluniversum, wer weiß das schon.

Fazit?
Für mich ein Hörgenuss, der mir die Charakteren näher gebracht hat. Also durchaus eine Ergänzung zum Buch.
Und ich weiß schon, wann ich es wieder anhören werde: wenn der zweite Teil erscheint.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen