Montag, 16. Dezember 2013

Der Tote im Mittellandkanal - Andrea Gerecke


Taschenbuch, Krimi (Minden)



Dieses Buch als einen 'Krimi' zu bezeichnen, widerstrebt mir auf das Heftigste. Na gut, es gibt ein paar Tote, na gut, es geht ins Millieu, aber wen interessiert das? Mich nicht.
Ganz abgesehen von Rosenbaums Reisen, nein, halt, die sind schon interessanter, hier entsteht langsam eine schöne Dynamik und vielleicht auch ein bisschen Spannung. Und ich kann mich als Leser dem Manne annähern und mir schon ein bisschen Gedanken machen, wie es mit dem 'Gebeutelten' weitergeht. Und mit wem.

Liebe Frau Gerecke!
Schreiben Sie keine Krimis - schreiben Sie Lebensgeschichten!
Die Geschichte um den verschwundenen Mann und über die Stolpersteine sind toll. Spannend, einfühlsam, psychologisch, historisch, Alles, was Sie möchten. Da war ich drin in der Geschichte. Da fühlte ich mit und verschlang die Worte. Und da war der Text auch flüssig.

Denn der Stil bleibt ansonsten eher hölzern, die Dialoge meiner Meinung nach gestelzt. Andrea Gerecke verliert sich allzu häufig in kriminalistischen Vorgängen, die ich persönlich aus zu vielen Serien kenne, erklärt und reglementiert den Leser und das Geschehen. Oder ist das ein Kennzeichen für einen Krimi? Mich hat das jedenfalls gelangweilt.

Fazit?
Als Roman, der von Schicksalen handelt, super, als Krimi eher zäh.

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