Mittwoch, 8. Januar 2014

Gelegentlich tödlich – Andrea Gerecke

Gelegentlich tödlich: Gutenachtgeschichten für Erwachsene


Taschenbuch, 12 Gutenachtgeschichten für Erwachsene



Andrea Gerecke, die ich bei ihrer Lesung ‚traf’ und die mich bislang mit ihren Krimis nicht so richtig überzeugen konnte, schickte mir dieses Buch zu Weihnachten.
Kurzgeschichten lese ich eher selten, da ich mich gerne längere Zeit mit einer Geschichte und den Protagonisten beschäftige, mir also lieber Zeit lasse. Und mehrere Kurzgeschichten hintereinander zu lesen mag ich gar nicht. Aber ich hatte ja Zeit und habe mir deshalb jeden Tag eine dieser Gutenachtgeschichten zu Gemüte geführt.
Und siehe da, was ich bereits vermutete, traf hundertprozentig zu: Andrea Gerecke ist eine Autorin, der es binnen kurzer Zeit gelingt, Atmosphäre zu schaffen und Einzelschicksale so zu beschreiben, dass sie den Leser berühren. Dabei ist manchmal nicht so ganz sicher, auf wessen Seite man stehen soll, denn die Autorin versteht es ganz wunderbar, die eigene Moral in Frage zu stellen. Auch das ist mir bereits bei den ‚längeren’ Krimis aufgefallen, diese eher unbeteiligten Schilderungen menschlicher ‚Entgleisungen’.
Stilistisch gefällt mir dieses ‚Büchlein’ sehr gut, alles ist sehr wohlformuliert und treffend. Innerhalb weniger, erbaulicher Sätze ist die Bühne für das Geschehen bereitet und die Handlung nimmt zügig ihren Lauf. Wobei bei einigen Geschichten ein etwas unruhiges Gefühl zurück bleibt – und damit genau das, was bei einer Kurzgeschichte gewünscht ist.

Fazit?
Andrea Gerecke versteht es ohne Zweifel, sich in menschliche Abgründe reinzudenken und sie in Geschichten zu verarbeiten. Und so ist dieses Büchlein ein kleiner Schatz.

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