Montag, 13. Januar 2014

Totentrickser – Jan Oldenburg



Klappbroschur, Fantasy



Von dem ersten Satz an konnte ich meine Mundwinkel nicht dazu bringen, sich auch nur einen Millimeter nach unten zu bewegen, ja im Gegenteil wurde das Dauergrinsen zuweilen eher stärker als schwächer. So könnte man dieses Buch sicherlich nicht als Mittel gegen Lachfalten bezeichnen, denn die vertiefen sich auf den etwa 400 Seiten unter Garantie.

Jan Oldenburg hat dermaßen viel Phantasie und ironischen Biss, dass ich mich nicht wundern würde, wenn er von seinen Mitmenschen zuweilen als schrullig bezeichnet würde. Was aber genau ins Bild passt, denn mich erinnert dieses Buch, leider habe ich den Vorgänger nicht gelesen, so sehr an den soliden britischen Humor anderer Künstler, dass ich hier so einige Namen nennen könnte. Mach ich aber nicht.
Auch Seitenhiebe auf ‚realle’ Geschehnisse (für ‚Buonomonte’ könnte ich den Autor knutschen) sind zahlreich zu finden und runden das Bild einfach ab.

Wie man an dieses Werk herangehen sollte?
Zum einen braucht es einen bequemen Platz, denn man während der Lektüre nur zu überlebenswichtigen Verrichtungen verlassen sollte. Für ausreichend Verpflegung sollte an sorgen und auch alle Türen und Fenster verriegeln.
Dann schlage man das Buch auf und beginne zu lesen, wobei man Alles, was einem an Realitätssinn geblieben ist, in eine weitentfernte Ecke des Gehirns verbannen sollte. Und schon kann das Abenteuer losgehen. Einfach? Einfach!
Denn obwohl sich vieles auf unser Leben übertragen lässt und die Sozialkritik absolut gerechtfertigt ist, haben die Handlung und die Protagonisten natürlich überhaupt nichts mit… Erkläre ich hier gerade, was Fantasy ist?

Der Stil ist wunderbar ‚hochwertig’, manche Formulierungen kann man sich auch wiederholt auf der Zunge zergehen lassen. Allerdings scheut sich Jan Oldenburg auch nicht, in Fäkalsprache abzutauchen, sollte es von Nutzen für die Geschichte sein.

Die Protagonisten sind einfach nur klasse.

Kleine Randbemerkung: Wahrscheinlich liegt es am Cover, aber ich hatte fast die ganze Zeit das Lied ‚Der Spion’ von Schandmaul im Kopf.

Fazit?
Wundervolles Beispiel für humorvolle Fantasy.

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