Samstag, 1. März 2014

Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts – Susann Páztor



Audible, ungekürzt, Roman, gelesen von Vera Teltz



Ich finde dieses Hörbuch inhaltlich sehr erwachsen und authentisch, die Protagonisten nachvollziehbar und ihre Handlungen ebenfalls. Darüber hinaus hat es mich auch sehr berührt und mich zum Nachdenken angeregt. Übrigens auch über meine Moralvorstellungen, denn wollte ich gerade entrüstet aufschreien, war ich doch beeindruckt von der Erzählweise und den Gedanken. Und das relativierte die Sicht der Dinge ein wenig. Deshalb funktioniert die Geschichte auch. Also für mich. Toleranz ist hier ein großes Thema, denke ich, und es ist der Autorin sehr gut gelungen, diese für ihre Protagonisten einzufordern, ohne dabei die Distanz zu verlieren. Übrigens trotz Ich-Erzählerin, deren Emotionen nicht die Grenze zur Übertreibung berühren oder gar übertreten. Im Gegenteil lässt mich Susann Páztor nachdenklich aber nicht ‚verzweifelt’ zurück und versöhnt mit den Geschehnissen auf eine wundervolle Weise.

Ein wenig fühle ich mich allerdings getäuscht, dachte ich doch, es wäre ein lustiges Buch über lustige Abenteuer bei einem Schweigeseminar (irgendwann sollte ich mir mal angewöhnen, die Klappentexte und Zusammenfassungen zu lesen!), also mehr etwas in Richtung Chick Lit – aber ich bin doch froh, etwas Tiefschürfenderes gehört zu haben.

Vera Teltz liest hervorragend und ihre Stimme passt gut zu der Ich-Erzählerin, wie ich finde. Dabei bleibt sie angemessen neutral und verausgabt sich nicht mit dem Versuch, dieser Geschichte noch mehr Leben einzuhauchen. Sehr angenehm und passend.

Fazit?
Gut durchdachte Geschichte mit überzeugenden Charakteren, mir hat es gefallen.

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