Mittwoch, 5. März 2014

Es wird keine Helden geben - Anna Seidl


gebundene Ausgabe, Jugendroman



Ich wollte dieses Buch lesen, weil es mich interessierte, ob eine Jugendliche mit schriftstellerischen Ambitionen tatsächlich in der Lage ist, über solch tiefgreifende Ereignisse zu schreiben. Denn es geht um einen Amoklauf in einer Schule und seine Folgen.
Nun, wäre ich weniger kritisch an dieses Buch herangegangen, würde meine Bewertung sicherlich anders ausfallen, die vorgefasste Meinung des Lesers fließt ja auch in das Lesen mit ein.
Um es auf den Punkt zu bringen: Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt!

Der Stil ist gut und angemessen, leicht verständlich und wenig reißerisch. Das hat mir gefallen.
Stellenweise irritierten mich bestimmte Wiederholungen, doch beschreibt Anna Seidl so ganz genau, was wirklich ist. In einem Fall, wie ihn Miriam erlebt hat, ist die Zeit danach einfach so, man dreht sich endlos im Kreis, hat immer wieder dieselben Gedanken - und genau das zeigt sich im Text. Sollte es langweilig wirken, nun, so ist das Leben. Es hat mich sehr beeindruckt, welches Einfühlungsvermögen Anna Seidl damit beweist. Und welchen Mut - denn sicherlich erwartet so mancher etwas anderes.
Genervt haben mich manche 'schlauen' Sprüche, die wie aus einem Lebenshilfe-Ratgeber abgeschrieben wirken. Braucht man nicht, will man nicht! Auf der anderen Seite ist die Entwicklung von Miriam sehr menschlich, wenn vielleicht auch ein wenig naiv betrachtet. Jedenfalls für den Leser, der nur teilweise daran teilnimmt. Und das Ende ist zwar ein schönes, aber mir persönlich ein wenig zu klischeehaft - wie auch manch andere Dinge in der Geschichte. Im Rückblick kommt es mir so vor, als wollte Anna Seidl zu viel in die Geschichte packen. Zum Beispiel die Sache mit der Mutter.
Bestimmte Szenen haben mich zum Lächeln gebracht, weil sie so typisch sind - irgendwie reagieren wir Menschen doch ziemlich ähnlich ;)

Fazit?
Ein interessantes Buch, aus dem sich wohl jeder das eine oder andere herausziehen kann.

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