Freitag, 7. März 2014

Vor uns die Nacht – Bettina Belitz



Gebundene Ausgabe, Roman



Nein, mir gefällt dieses Buch nicht so richtig. Streckenweise finde ich es langweilig und teilweise unverständlich. Und es fehlt etwas.
Vielleicht liegt es daran, dass es ein ‚Erwachsenenbuch’ sein soll und es dennoch um eine Spätpubertierende geht.
Und auch sonst ist die Geschichte um Ronia unrund und unausgegoren, irgendwie zu einfach und trotzdem zu überfrachtet. Wie auch schon bei ‚Dornenkuss’ bin zwar einerseits durch die Wortgewalt der Autorin mitgerissen, liebe die Sätze, die wie Hintergrundgeplätscher durch meinen Kopf säuseln, aber gleichzeitig auch gelangweilt – wie in einem Fahrstuhl, bei dem man zwar die Musik mitsummt, aber doch nur ankommen will. Dieses Ankommen allerdings ist eher reißerisch und unbefriedigend, beinahe halbherzig.
Um Seriosität bemüht, vergibt Bettina Belitz hier meiner Meinung nach die Chance auf Poesie und lässt mich ein wenig traurig ob dieser vertanen Chance zurück. ‚Vor uns die Nacht’ hätte ein Buch zum Träumen werden können, verliert sich aber in Banalitäten und Realitäten. Tiefe Gefühle gibt es zuhauf, aber sie kommen bei mir nicht an.
Es ist ein wenig so, als hätte jemand für sich selbst eine Weisheit entdeckt, könne diese aber nur in Plattitüden weitergeben.
Wie gesagt, das ist meine Meinung.

Der Stil ist über weite Strecken wunderbar, dann jedoch gibt es Einbrüche, die mich geärgert haben. So etwas muss einfach nicht sein und ist ein ziemlicher Qualitätsbruch.

Fazit?
Mich hat es nicht überzeugt, aber schlecht ist es nicht.

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