Samstag, 5. April 2014

Die verlorene Zeit – Michelle Ross



Taschenbuch, historischer Roman



Mir hat die Geschichte als solche sehr gut gefallen, einfach, weil sie doch sehr spannend ist und so ihre Überraschungen bietet. Mir jedenfalls.
Auch die beiden Erzählebenen sind reizvoll.

Aber was den Stil und die Protagonisten betrifft, war ich beinahe schockiert.

Der Stil ist einfach nur simpel und unglaublich ‚betulich’. Weiterhin wird, subjektiv gesehen, ständig Alles wiederholt, was entweder dazu dienen soll, die Seiten zu füllen, oder dem Leser wird nicht zugetraut, sich auch nur die einfachsten Dinge länger als zwei Minuten merken zu können. Ersteres ist eine Mogelpackung, zweites schon beinahe ein Unverschämtheit. Warum auch immer, es hätte meiner Meinung nach Wichtigeres gegeben, was erwähnt hätte werden können.

Die Protagonisten sind zum Teil äußerst unsympathisch, höchstens zweidimensional oder auch absolut uninteressant. Hier wird ordentlich schwarz-weiß gemalt, für Grautöne gibt es nur am Ende Platz und da wirken sie ein wenig sehr pathetisch.

Ellen hat mich sehr irritiert, kam sie mir doch stellenweise wie eine Zeitreisende vor, so unbeholfen und seltsam ‚modern’ wirkt sie. Im Grunde liegt es wohl daran, dass sich Michelle Ross nicht so richtig in einen derartigen Charakter reindenken konnte, diesen Eindruck habe ich jedenfalls. Das ist einerseits schade, andererseits aber für das Buch insgesamt auch nicht so schlimm.

Fazit?
Eine tolle Geschichte, meiner Meinung nach schlecht umgesetzt. Aber es hat mir trotzdem Spaß gemacht, das Buch zu lesen.

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