Sonntag, 13. April 2014

Moin – Richard Fasten


Taschenbuch, Krimi



Das Cover ist irritierend, da weder ein Rettungsring noch ein Mops im gesamten Buch auftaucht. Was allerdings auftaucht, hätte man einfach nicht ohne weiteres auf ein Cover drucken können, von daher kann ich das verzeihen.

Ein so genannter Regionalkrimi lebt ausnahmslos davon, dass die Typen in ihm irgendwie einer Region zugeordnet werden sollten, und damit gewisse Vorurteile bedient werden.
Allerdings ist davon in ‚Moin’ nicht allzu viel zu merken, denn die Leute sind einfach nur durchgeknallt und völlig meschugge – und damit könnten sie sonst wo leben.
Der Erzählstil ist so flapsig-humorig und lebt von Wiederholungen, die mich irgendwann ganz dezent genervt haben, dann aber auch wieder lustig waren, da das Bild einfach stimmig ist.
Ja, diese Geschichte ist ein großer Klamauk, der mit viel Wortwitz aufwarten kann.
Und dadurch werden auch die Charaktere zu sehr dreidimensionalen Figuren, die einem, ja, ich gebe es zu, so richtig ans Herz wachsen können.

Richtig beeindruckt hat mich jedoch der Stimmungswechsel gegen Ende, bei dem aus der ‚Blödelei’ so großer Ernst wird, dass ich gebannt war. Das hat mir gefallen und das Buch aufgewertet hat, jedenfalls in meinen Augen. Erstaunlich, wie es Richard Fasten gelingt, diese 180°-Wendung zu meistern, ohne dabei unglaubwürdig zu sein. Im Gegenteil hatte ich fast das Gefühl, hier endlich dem Ich-Erzähler ein wenig mehr auf den Grund gehen zu können, der hier noch menschlicher wird, als er es ohnehin schon ist.

Aber keine Angst, das Buch ist dennoch kein tiefschürfender Psycho-Thriller, er ist und bleibt ein Buch voller abstruser Gestalten, einer absurden Story und ein wenig Lokalkolorit, eingebettet in einen durchaus spannenden Krimi mit einem in mehr als einer Hinsicht spannenden Ende.

Fazit?
Ich hatte mich zurecht auf dieses Buch gefreut!

Ich danke bloggdeinbuch und dem Ullstein-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Bestellt werden kann es auch hier

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