Donnerstag, 1. Mai 2014

Der Distelfink – Donna Tartt


Audible, ungekürzt, Roman, gelesen von Matthias Köberlin



Ich weiß nicht, was ich bei diesem Hörbuch erwartet hatte, das, was schlussendlich geschah, jedenfalls nicht.
Es ist eine lange, teilweise langatmige, Geschichte, deren Sinn und Zweck sich erst gegen Ende erschließt. Dann wird es sehr philosophisch, beinahe missionarisch und ich habe mich nur nach dem Ende gesehnt.

Natürlich st es gut geschrieben, stilsicher, jedoch nicht überdurchschnittlich anspruchsvoll. Das hat mir gefallen, denn ich verstehe gerne, was der Autor mir sagen will.
Auf manche Ausführungen hätte ich verzichten können, da verliert sich Donna Tartt gerne im Ekelhaften, aber das Leben ist schließlich kein Ponyhof.

Insgesamt hat mir der Einblick in die Kunst gefallen, den Antiquitäten-Handel und die Absurdität so mancher gesellschaftlichen Form. Dies Alles geschieht, trotz der Ich-Perspektive, oft sehr distanziert, es wird wenig bewertet, viel hingenommen. Oder einfach beschrieben. Wobei die Rolle von Kunst, in welcher Form auch immer, im Leben des Menschen hier sehr schön beleuchtet wird und daraus der philosophische Ansatz dieses Romans entspringt.

Am Ende hatte ich das Gefühl, dass sich jeder Leser/Hörer von ‚Der Distelfink’ sich selbst ein wenig Philosophie für sein Leben herauspicken kann. Denn trotz viel Überzeichnung und Absurdität ist ein Leben an sich doch ziemlich banal, außer, man wertet es auf. Und da bietet die Kunst, darstellende, bildende, Musik, gute Möglichkeiten.

Matthias Köberlin liest distanziert und wenig originell, liefert aber eine solide Interpretation, die nur selten über Eigennamen stolpert. Also durchaus angenehm und dem Buch angemessen.

Fazit?
Ein tiefschürfendes Werk mit Längen. Durchaus überzeugend, wenn auch nur bedingt begeisternd.

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