Dienstag, 26. August 2014

Eine vorläufige Theorie der Liebe – Scott Hutchins



gebundene Ausgabe, Roman



Wenn ich in eine Buchhandlung gehe, entscheiden viele Faktoren darüber, welches Buch ich kaufe. Kein einziger dieser Faktoren hätte mich dieses Buch kaufen lassen. Das Cover ist nichtssagend, der Text auf der Rückseite zwar euphorisch, aber meine Güte, noch ein Roman über eine ‚gescheiterte’ Existenz. Und die ersten Sätze lesen sich auch nicht so interessant, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
So brauchte ich auch zwei Anläufe, um dieses Buch wirklich zu lesen.
Aber es hat sich gelohnt.
Denn unabhängig von der eigentlichen Geschichte, schreibt Scott Hutchins wunderbar einfühlsam und zuweilen so poetisch, dass ich versucht war, mir einzelne Sätze abzuschreiben. Hab ich nicht getan, aber die Versuchung war groß, denn ich habe sie genossen.
Und hier habe ich auch den Unterschied zwischen einem guten Buch und einem sehr guten erkannt, jedenfalls für mich.

Wie dem auch sei, dieses Buch ist eine Liebeserklärung.
Zuerst an die Stadt San Francisco mit all ihrer Schönheit – aber auch ihren ‚negativen’ Auswüchsen, die jedoch nicht überwiegen.
Dann natürlich an die Liebe in all ihren Facetten.
Und letztendlich an das Leben.
Die Botschaft, die ich daraus ziehe: Genieße und sei gelassen – der Rest kommt von allein.

Stilistisch ist ‚Eine vorläufige Theorie der Liebe’ ein absolutes Highlight und schon deswegen lesenswert. Es liest sich gut, ist durchaus anspruchsvoll, ohne den Leser zu überfordern. Auch nicht, wenn es um die künstliche Intelligenz geht, was natürlich auch an der Erzählperspektive liegt.

Fazit?
Ein wundervolles Buch!

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