Dienstag, 12. August 2014

Feed me - Martina Schmid


Taschenbuch, Roman



Das Cover
Na, das ist doch mal ein Blickfang. Zwei verschiedene Prägungen, die den Titel und das Kreuz (was immer das auch bedeuten mag) wunderbar plastisch machen. So etwas entdeckt man schnell in einer Buchhandlung!

Der Inhalt
Es geht um das Mästen, tja, nein, mehr verrate ich nicht.
Oder doch, denn deshalb habe ich das Buch gelesen.
Bea, eine psychisch doch sehr angeknackste Faru, lernt den tollen Francis kennen, der nun wirklich einen an der Waffel hat und seine Berufung darin sieht, Frauen zu mästen.

Das Lesen
Es war ein wenig mühselig.
Denn trotz all der psychologischen Hintergründe, die mir ein wenig zu viel waren und trotzdem Fragen offen ließen, konnte ich keine richtige 'Beziehung' zu den Protagonisten aufbauen. Mir war viele zu allgemein gültig. Das Schönheitsideal zum Beispiel, das hier angeprangert wird, natürlich zu Recht, aber man muss es nicht ständig wiederholen, zumal Bea irgendwann als Oberzicke daher kommt. Das hat mich genervt. Auch die vielen Informationen zum Vorleben der Beiden war mir zuviel. Vielleicht auch, weil das Buch mit seinen 147 Seiten sehr dünn ist. Für eine Kurzgeschichte zu lang, für einen Roman zu kurz. Gefallen hätte mir hier mehr Raum für Beschreibungen und Entwicklungen, vielleicht mit ausgearbeiteten Rückblicken.
Was das Lesen auch erschwert hat war die Beschreibung der 'Essvorgänge', die auf mich sehr appetitanregend wirkten, wenigsten bis zu einem gewissen Punkt. Keine Leseempfehlung für Menschen, die auf ihre Ernährung achten, ganz und gar nicht.

Meine Kritik
Vielleicht überschätze ich so einiges, aber manchmal denke ich 'Ein gutes Lektorat hätte geholfen'. Genau so ist es mir bei diesem Buch gegangen. Martina Schmid hat eine interessante, spannende Geschichte zu erzählen, die mich sehr interessiert hat. Sie hat viel Wert auf psychologische Erklärungen gelegt und neben den Beschreibungen der Aktivitäten, die ihr sehr gut gelungen sind, auch gegen Ende eine sehr fesselnde Spannung eingebaut.
Doch ist es mir so erschienen, als hätte ich einen Rohbau vor mir, der schon ganz hübsch ist, vielleicht ist auch schon das eine oder andere Zimmer eingerichtet, aber so richtig bezugsfertig ist es nicht.
Das fängt an mit formalen Kleinigkeiten wie der, meiner Meinung nach, stellenweise erschreckenden Zeichensetzung. Dann hatte ich das Gefühl, als würde etwas fehlen, Szenen, Erklärungen (Ameise, die naheliegende wird nicht genannt), das 'normale' Leben. Oder auch, warum Bea mit Gina befreundet ist. Es scheint, als wäre gekürzt worden, weil das Buch nur eine bestimmte Seitenzahl haben durfte/sollte.
Weiterhin hatte ich oft das Gefühl, mit dem Textfluss würde etwas nicht stimmen. Als hätte die Autorin einige Sätze wieder und wieder verändert (nicht unbedingt zum Vorteil) und andere wären so geblieben, wie sie einfach 'aus der Feder' geflossen sind. So gibt es Szenen, Gedanken und Handlungen, die wirklich sehr gut sind, und andere, die einfach unrund laufen.
Und genau das hat mich geärgert. Einmal für mich als Leserin natürlich, aber auch für Martina Schmid, weil sie an diesem Buch gemessen wird. Ich würde mir wünschen, dass aus 'Feed me' ein (mindestens) 300 Seiten Buch wird! Potenzial dazu hat es.

Fazit?
Ein Buch mit Highlights, aber in dieser Form meiner Meinung nach unfertig.

Ich danke Martina Schmid und dem medu-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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