Montag, 22. September 2014

Frau Franz gibt Gas! – Doris Lerche


Taschenbuch, Kriminalromanze



Was ist das denn für ein Buch?
Krimi?
Romanze?
Oder was ganz anderes?

Ich habe den Verdacht, dass Doris Lerche eigentlich einen gesellschaftskritischen Roman schreiben wollte, ihr aber irgendjemand gesagt hat, sie solle einen Krimi mit einem Schuss Liebe schreiben. Und dann ist etwasganz seltsames dabei herausgekommen.

Frau Franz ist die mit Abstand unsympathischste Protagonistin, die mir in der letzten Zeit untergekommen ist, wobei ich der Autorin Respekt dafür zolle, dass es ihr gelungen ist, sie so dermaßen stimmig darzustellen. Dazu passt auch der etwas abgehackte Stil, der sich doch besser darstellt, als man es bei dem Titel, dem Cover und der Handlung hätte erwarten können. Doch, ich fand ihn richtig gut, den Stil.

Als Krimi ist das Buch eine Art Rohrkrepierer, denn obwohl es Morde und Brandstiftung gibt, ist das Ende unbefriedigend und lieblos.

Als Romanze, nun, auch nicht so richtig überzeugend, dazu spielt viel zu viel Sozialkritik mit rein und das ist nicht romantisch.

So bleibt nur die Mogelpackung, als solle der Eindruck von Unterhaltungsliteratur vermittelt werden, wo es doch um Rassismus gehen sollte. Wenn ein ‚Türke’ auch mal aus Marokko kommt und Skinheads angeheuert werden, ganz zu schweigen von den Schatten der Vergangenheit, mit denen Frau Franz zu kämpfen hat, da braucht es doch gar nicht einen so halbgaren Krimi. Das ist einfach nur Effekthascherei und keinem Genre zuträglich. Hier wird einfach Potential verschleudert. Und das hat mich richtig geärgert.

Fazit?
Ein rundum unbefriedigendes Buch.

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