Montag, 13. Oktober 2014

Die Verlassenen - Tom Perrotta


gebundene Ausgabe, Roman



Dieses Buch kann man leicht unterschätzen - ich habe das jedenfalls getan. Wohl auch, weil da irgendwas von 'Romanvorlage zur HBO-TV-Serie' steht. Kann ja eher leichte Unterhaltung sein, dachte ich.
Und so fängt es auch ein wenig unscheinbar an.

Doch im Laufe des Buches wird klar, dass Tom Perrotta keinesfalls eine Science-Fiction-Dystopie-keine-Ahnung geschrieben hat, sondern sich auf sehr außergewöhnliche Weise einem Thema nähert, das uns wohl alle betrifft: Trauer und Abschiednehmen, Loslassen und Weiterleben.
Und das hat mir richtig gut gefallen!

Irritierend fand ich die recht häufigen Szenewechsel, doch das gibt sich mit der Zeit, wenn die Protagonisten immer plastischer und 'realer' werden - davon sollte man sich also nicht abschrecken lassen. Denn genauso ist es mit dem Trauern, es gibt sehr viele Wege, mit dem Verlust zurecht zu kommen. Manche kann man eventuell verurteilen, doch bedient sich der Autor hier einer gewissen Übertreibung, wie ich finde, um seinen Standpunkt klar zu machen.

Das Buch liest sich sehr angenehm, wird doch auf hochtrabende Sprache verzichtet, um damit sehr authentisch zu wirken. Hier wird die Sprache eher in den Dienst der Sache gestellt, bleibt sachlich und distanziert, beschreibt einfach, ohne selbst durch poetische 'Entgleisungen' in den Vordergrund treten zu wollen. Auch so etwas ist nicht selbstverständlich.

Fazit?
Ein Buch, das mich zum Nachdenken gebracht hat, auch, weil es zuerst eher oberflächlich wirkt.

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