Montag, 20. Oktober 2014

Hope Forever – Colleen Hoover


Taschenbuch, Roman



Colleen Hoover versteht es wie kaum eine andere Autorin, über ganz große Gefühle zu schreiben. Ich finde das irritierend. Denn es ist immer auch eine Gratwanderung zwischen ganz großer Kunst (ich gehe da später noch näher drauf ein) und schwülstigen Kitsch.

Denn ja, es ist zum Teil wirklich grenzwertig, wie oft sich alle in diesem Buch beinahe andauernd ihrer Liebe zueinander versichern. Und zwar nicht mit ‚ich hab dich lieb’ sondern ständig ‚ich liebe dich’. Mir ist das zu viel und ich hab diese Entwicklung bereits an anderen Stellen ‚angeprangert’. Es ärgert mich einfach und geht mir auf die Nerven. Dafür kann allerdings die Autorin nichts, sondern die Übersetzerin.

Auch wird in ‚Hope Forever’ gerne mal seitenlang gruppendynamisch ausdiskutiert, was gerade los ist, alles durchaus pädagogisch wertvoll, aber doch auch zuviel des Guten – meine Meinung.

Aber zwischen all dem ist die Geschichte fesselnd. Die Protagonisten sind durchaus stimmig, das Geschehen interessant, spannend (auch wenn ziemlich schnell klar ist, worauf es hinausläuft) und wohldurchdacht.
Was mir gefallen hat war, dass es nicht besonders prüde zugeht, sondern schon ziemlich ‚zur Sache’ geht. Nicht übertrieben natürlich, aber doch sehr entfernt von dem, was ich erwartet hatte. Das ist schon ein ‚Erwachsenenbuch’.

Etwas weniger Theatralik vielleicht, ein bisschen weniger Effekthascherei, dann könnte Colleen Hoover einen ganz großen Roman schreiben. Das Zeug dazu hat sie. Denn von der ersten Seite an war ich in der Geschichte drin, hab mich in sie fallen lassen und genießen können. Ein bisschen ‚Hach-Buch’. Aber nicht rundum befriedigend. Wenn auch mit sehr viel Herzblut, und das ist wirklich schön.

Fazit?
Ein ergreifendes Buch, das sich sehr gut lesen lässt, doch fehlt mir das i-Tüpfelchen.

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